Tag 36 – Nach Söderköping

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 595 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 3,1sm bei Ø 1,93 Knoten
  • 2 Schleusen

Zeit unterwegs: ca. 1,6 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

Wolkig bis Sonnig

Heute kommen wir erst um kurz vor 11 los. In Mem ist tatsächlich nichts los, ein paar Wohnhäuser, das geschlossene Restaurant und vor der Schleuse der Hafenkontor, zu dem wir entspannt die paar Schritte zurücklaufen können. Paul hat nämlich Sorge, dass unsere Fender besser noch um 2 weitere ergänzt werden sollten. Neben Fendern, Büchern, Bootswimpeln, Cappys und Kühlschrankmagneten (natürlich letzte drei mit der Aufschrift GÖTA KANAL ☺️) führen sie sogar Rettungswesten hier. Toller Service! Dann sieht Kapitän Wirbelwind ein paar Motorräder vor dem Restaurant stehen und es stellt sich heraus, dass die Herberge oberhalb des Restaurants geöffnet hat und zwei Motorradfahrer herauskommen. Oh, das müssten wir noch abwarten, er würde gerne sehen, wie die Fahrer und Fahrerinnen ihre Helme aufsetzen, die Motoren starten und davonfahren. So die Theorie. Oder sagen wir mal, bis sich alle 6 Fahrer/innen versammelt hatten, ihr Gepäck auf den Motorrädern verstaut, wetterfest verpackt und sich selbst gesammelt hatten, ging es leider nicht sehr schnell, wir warteten sicherlich eine halbe Stunde bei den Motorrädern. Ich unterhielt mich währenddessen mit dem Mini Matrosen in der Trage und dem ungeduldigen Kapitän Wirbelwind an der Hand mit mehreren von ihnen, um die Langeweile totzuschlagen, vielleicht waren sie auch deshalb so langsam 🙈. Jedenfalls waren sie seit 4 Tagen unterwegs, gestartet am ersten Tag in Karlskrona ganz in Südschweden an der Küste, dann weiter nach Kalmar, Västervik und nun zum Göta Kanal. 3 Tage hätten sie noch. Verrückt wie schnell man mit dem Motorrad ist und wie langsam mit dem Schiff, in Kalmar und Västervik waren wir ja auch, aber für die Entfernung hatten wir deutlich länger gebraucht.
Dann endlich fahren sie los, jeder von ihnen hupt uns zum Abschied zu (Kapitän Wirbelwind erschrickt erstmal total, das war sehr unerwartet für ihn) und wir winken ihnen zum Abschied zu, bevor wir uns startklar machen zum Ablegen.
Es geht nach Söderköping, ungefähr 90 min von hier, wo Paul unter anderem seine zwei neuen Fender an einer Tankstelle aufpumpen möchte. Die Schleuse dort ist ein totaler Besuchermagnet und so müssen wir unsere zweite Schleusung schon direkt mit viel Publikum absolvieren, was aber sehr gut gelingt. Wir haben schon viel Übung aus Deutschland, auch wenn das Schleusen hier die Besonderheit hat, dass ich von Bord gehen muss und die Leinen an Land festmache, weil die 200 Jahre alten Schleusen keine Möglichkeiten zum Festhalten an der Schleusenwand bereithalten, wie es modernere Anlagen tun. Direkt hinter der Schleuse liegt der Hafen, wir können längsseits festmachen und so immerhin auch von Bord gehen (erinnere: unser Hocker für vorne war ja kaputt gegangen und wir kommen derzeit nicht über den Bug an Land, außer dieses liegt im Vergleich zum Schiff/ Wasser sehr hoch.

2 Gedanken zu „Tag 36 – Nach Söderköping

  1. seltsam: obwohl ich selbst auch schon Schleusungen mitgemacht habe, hat sich mir immer noch nicht alles erschlossen: warum sind es bei euch soooo viele Schleusen? und auch schon so alt.

    ihr macht übrigens sehr schöne Fotos! danke. :-))

    1. Eine Schleuse kann einen Höhenunterschied im Wasser überbrücken. Hierzu wird zum Beispiel im Unterwasser das Tor geöffnet, die Schiffe fahren ein. Dann wird das Tor geschlossen und an dem Tor zum Oberwasser werden die Einströmöffnungen langsam geöffnet. Hierdurch fließt dann das Wasser in die Schleusenkammer und das Wasser erreicht dann den Wasserstand des Oberwassers. Dann wird das obere Tor geöffnet und die Boote können rausfahren. Das es hier so viele Schleusen sind, liegt daran, das wir über 90m nach oben wollen. Und die Schleusen sind so alt, weil der Kanal so alt ist. Die Tore wurden gewechselt und moderne Steuerungen eingebaut. Die Schleusenkammern aus Stein werden aber wohl noch lange halten.

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