Tag 46 – Klosterkirche und Fahrradfahren an einem stürmischen Tag

Wetter: Sehr windig bis stürmisch, teilweise sonnig, ca. 19 Grad

Heute sind wir mittags noch mal auf dem Spielplatz und nach der Mittagspause fahren wir (naja, eigentlich Kapitän Wirbelwind) mit dem Kinderfahrrad zur Klosterkirche Vadstena. Diese hatten wir bereits beim Ansteuern von Fasten am gestrigen Tage gesehen und für besuchenswert eingeschätzt.

Die Klosterkirche gefällt uns sehr gut, sie ist beeindruckend. Hier fällt uns nun endlich auf, dass es scheinbar zum Konzept der schwedischen Kirche gehört, stets eine Kinderecke mit Büchern, Maltisch o.Ä. zu haben – egal wie klein die Kirche ist. Hier gibt es neben beidem Genannten auch zwei große Körbe mit Kuscheltieren. Ich kann mir vorstellen, dass die Kirche so zu einem Ort auch für Kinder wird. Wieso wohl die deutsche Kirche solch ein Angebot nicht macht? So richtig können wir es uns nicht vorstellen, dass die Spielsachen wirklich dauerhaft an Ort und Stellen verbleiben würden, gleichzeitig ist die deutsche Gesellschaft keine besondere kinderfreundliche, in unseren Augen.

Als wir eine wunderschöne Klaviermelodie hören, suchen wir den Pianisten und setzen uns auf eine Bank in seiner Nähe, um der Musik zu lauschen. Es stellt sich heraus, dass es sich um den Pfarrer handelt, der heute für deinen Musiker einspringt. Es handelt sich um einen sehr netten deutschen Pfarrer, der mit dieser wunderschönen Musik gespielt die Zeit bis zu seinem Gottesdienst um 18:00 Uhr überbrückt – diesen würde er im Sommer jeden Abend um 18:00 Uhr abhalten. Er erzählt uns, als wir endlich gegenseitig verstanden haben, dass wir alle Deutsche sind, dass er vor 30 Jahren nach Schweden ausgewandert und sehr glücklich hier in Schweden und dieser schönen Stadt sei; die Winter seien aber schon lang und dunkel. Man sieht wenig Menschen auf den Straßen im Winter, die Menschen sind viel in ihren Häusern. Im Sommer lebt alles auf, und das Leben findet dann vor allem draußen statt.

Seit deute werden im Hof des Schlosses werden Stände und Buden aufgebaut; normalerweise kann man tagsüber den Weg zum Supermarkt durch den Schlossinnenhof abkürzen, so haben Kapitän Wirbelwind und Paul mitbekommen, wie weit die Vorbereitungen für das Ritterfest am Wochenende sind. Leider hatten wir nicht zuvor auf die Internetseite des Schlosses geschaut, sondern erst hier am Ankunftstag, und so gesehen, dass Samstag und Sonntag ein Ritterfest mit tollen Attraktionen und vielen Dingen zu sehen und zu kaufen, stattfinden würde. Mit unserem großen Ritterfan wollen wir versuchen, hier bis zum Wochenende zu bleiben und dieses zu besuchen. Das Wetter sieht zwar nicht so toll aus, aber wir hoffen auf das Beste. Schon in Kalmar waren Paul und ich ein bisschen traurig, dass die dortigen Ritterspiele für Kinder erst in der Hochsaison Anfang Juli starten sollten und wir daher leider nicht dort sein würden. Nun haben wir eine neue Chance hier in Vadstena!


Klosterkirche Vadstena

Tag 45 – Auf zum Schloss Vadstena

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 650 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 8,71 sm bei Ø 4,75 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 1,83 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

Wir legen gegen 8 Uhr in Motala ab, heute sollen 27 Grad werden. Wir wollen an einen nahe gelegenen Strand ankern und mit dem Beiboot rüberfahren zum Baden und Buddeln. Am Morgen ist es jedoch noch sehr trüb, und so ändern wir den Plan spontan und fahren direkt nach Vadstena, wo wir gegen 10 Uhr ankommen. 

Der Hafen ist sehr gut aus allen Windrichtungen geschützt und wir fahren bis ans Ende, denn hier gibt es eine Möglichkeit festzumachen, wie man sie wohl nur sehr selten findet: direkt im Schlossgraben vor dem Schloss Vadstena!

Heute wollen wir direkt die Schloss besichtigen, Kapitän Wirbelwind ist kaum zu halten. Es gefällt uns sehr gut und wir erfahren, dass hier am Wochenende (heute ist Mittwoch) zwei Tage Mittelalterfest stattfinden soll. Paul und ich überlegen am Abend gemeinsam, dass es zwar einen längeren Aufenthalt hier bedeutet (die Übernachtungen müssen hier wieder bezahlt werden, da der Hafen am Vätternsee, aber nicht mehr am Kanal liegt und daher nicht inkludiert ist), aber es für unseren Großen sicherlich das Größte sein wird.

Am Nachmittag gehen wir etwas in die sehr nah gelegene „City“ und entdecken den schönen Ritterburgspielplatz (wie passend!) und Paul und Kapitän Wirbelwind gehen bei gut 27 Grad Sommerwetter noch an der kleinen Badestelle gegenüber von unserem Schiff baden, während der Mini Matrose und ich eine Krabbelsession auf der Liegewiese machen.

Ein schöner Tag in einer schönen Stadt!

Schloss Vadstena
In der Waffenkammer des Schlosses
Kanonengang
Ja, das war dann das Highlight 😉
Schlossküche
Diese „Karre“ hat so viel „Wumms“, dass beim Aufdrehen der, nennen wir es Musik, die Wände im Schiff vibrieren !
Eigentlich der Beifahrersitz !

Tag 44 – Über den Boren-See und die Fünfer-Schleusentreppe hoch (01.07.2025)

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 641 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 8,71 bei Ø 3,69 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 3,5 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

Sonnig und heiß.

Um 07:30 geht es heute los – es soll heiß werden. Paul legt alleine ab. Es ist nahezu windstill, und Paul hält kurz nach 08:00 auf dem Boren-See an. Es wird angebadet – das Wasser ist sehr kalt, aber „perfekt erfrischend“.

Um 09:00 wollen wir an der Schleusentreppe mit fünf Schleusen in Borenshult sein. Da zeigt das Thermometer schon 21 °C, angekündigt sind für heute bis zu 26 °C. Paul lässt die Drohne direkt vom See aus starten und fliegt damit schon einmal zur Schleuse voraus.

Die Schleusung klappt reibungslos und dauert für alle 5 Schleusen eine Stunde. Heute hat ein netter älterer Schleusenwärter Dienst, wir denken er ist sicherlich Rentner, der den Sommer über als Schleusenwärter arbeitet. Tolle Aufgabe, wie wir finden! Er sticht unter den zu einem sehr großen Teil sehr jungen Schleusenwärtern/ -wärterinnen definitiv heraus, die meisten machen diesen Job sicherlich als Studentenferienjob. Er ist sehr zuvorkommend und kümmert sich stets um unsere Achterleine (festmachen und lösen, tragen zur nächsten Schleuse).

Wir sind bereits um 11:00 Uhr in Motala. Hier sitzt auch die Kanalgesellschaft. Paul hatte dorthin eine neue Heizung und einen neuen Propeller für das Beiboot bestellt. Zusammen mit Kapitän Wirbelwind holt er die Pakete ab.

In 5 min Laufnähe befindet sich in einem schönem Park mit tollen Springbrunnen ein ganz toller Spielplatz, der super viel bietet, sogar einen Wasserspielplatz. Ich gehe mit beiden Kindern hin bei 25 Grad und den ganzen Tag Sonne; nach der Mittagsruhe gehen wir nochmal hin und nehmen Paul mit, nachdem wir uns ein Eis gegönnt haben. Heute ist ein echter warmer Sommertag!

Paul verbringt leider einen zwar erfolgreichen aber nicht so schönen Tag ab dem Zeitpunkt, wo er die Pakete an Bord an. Er hat sich vorgenommen, die Heizung direkt zu tauschen und dafür muss die alte aus- und die neue eingebaut werden.

Tag 43 – Von Berg nach Borensberg

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 632 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 10,69sm bei Ø 2,82 Knoten
  • 9 Schleusen!

Zeit unterwegs: ca. 8 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Wind: 8 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0-0,5m

Heute soll es weitergehen. Wir machen uns bereit, damit wir um Viertel vor 9 Uhr an der Schleuse sein können. Um 9 Uhr öffnen die Schleusen. Solche festen Zeiten sind mit Baby an Bord, welches manchmal keinen Aufschub bei der Erfüllung seiner Bedürfnisse, insbesondere beim Thema Schlaf, duldet, nicht leicht. Da heute endlich wieder gutes Wetter angesagt ist, werden wohl viele Boote aus dem Hafen weiterwollen. Wir wissen nicht recht, was uns dieses Mal erwartet, außer dass es vier Doppelschleusen sein werden. Das heißt einerseits, dass wir nicht sicher am Stück durchkommen (bei einer Treppe kann man keine Pause einlegen, weil z.B. ein Fahrgastschiff entgegenkommt) und es vermutlich nicht so anstrengend werden wird, andererseits können wir auch nicht den Buggy an Land stellen, wenn die Stimmung beim Mini Matrosen kippt, weil es ja immer nur zwei Schleusen am Stück sind, er also eigentlich durchhalten muss ohne mich. Ich versuche zu verhindern, ihn beim Schleusen in der Trage haben zu müssen.

Nach jeder Doppelschleuse werden wir von dem/der jeweiligen Schleusenwärter*in informiert, dass entweder ein Fahrgastschiff hinter uns passieren soll oder uns eine Gruppe von Schiffen entgegenkommt, und so legen wir als Schleusenkonvoi (mit uns drei deutsche Schiffe und ein Holz-Schärenkreuzer und zwei sehr chaotischen älteren Schweden an Bord) an den vorhandenen Holzstegen seitwärts an und können für ein paar Minuten Pause machen. Damit ist es sogar ziemlich das Gegenteil von der 7er-Schleusentreppe.

Nach 8 Stunden kommen wir in Borensberg an. Wir laufen noch zu einem Supermarkt und kommen auf dem Weg an einem Marineschiff vorbei, welches sich Paul und Kapitän Wirbelwind ansehen gehen.

Heute scheint durchgehend die Sonne, und wir setzen uns abends noch zum Grillen in die Plicht.

Auch die Princess Svanevit möchte weiter. Es gibt ein eigenes Schiff, welches ihren sehr hohen (meiner Meinung nach ein Stück zu hohen) Mast transportiert. Dieser soll planmäßig im Hafen von Motala an Bord gestellt werden, sodass sie dann auf den Seen wieder segeln kann.
Die Princess Svanevit darf als erstes fahren (wieso wissen wir nicht, es handelt sich ja nicht um Berufsschifffahrt), danach das Schiff, welches ihren Mast transportiert. Danach wir.
Kanal nach den Doppelschleusen
Aquädukt – leider nicht so schön oder aufregend wie gedacht
Die Schleuse vor Borensberg, hier werden sie noch per Hand betrieben, Mithilfe ist gern gesehen, das lassen wir uns nicht zweimal sagen!
An Bord eines Militär – Minenlegers a.D., welcher dauerhaft im Hafen von Borensberg liegt und kostenfrei besichtigt werden kann. Das ist was für Paul und Kapitän Wirbelwind!

Tag 42 – Abenteuer-Minigolf und Flohmarkt in Berg

Heute soll es noch windiger, teils sogar stürmisch werden – dafür ist aber auch viel Sonne angesagt. Am Vormittag gehen wir die paar Schritte zum Abenteuer-Minigolf. Die Bahn haben wir fast die ganze Zeit für uns. Es gibt hier nicht nur zwölf, sondern ganze 18 Bahnen. Wir haben viel Freude beim Spielen und liefern uns wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kapitän Wirbelwind möchte heute zum ersten Mal alleine spielen. Bisher hat immer einer von uns mit ihm zusammen den Abschlag gemacht. Trotzdem hat er bisher tatsächlich jedes Spiel gewonnen – wie das möglich ist, ist uns bis heute ein Rätsel.

Heute liegt die Princess Svanevit im Hafen. Dies ist die größte 12-mR Yacht und ein sehr schönes Boot. Angeblich das schönste schwedische Boot, das jemals gebaut wurde. Dies wurde zum 100-jährigen Bestehen des Königlich Schwedischen Yachtclubs (KSSS) gebaut (1930). Heute wird diese durch eine Stiftung gewartet und besegelt.

Leider konnte man nicht auf das Boot, aber so sollen die Intarsien im Boot aussehen (z.B. bei Schränken, Tischen o.Ä.).

Hinter der Minigolfanlage findet heute ein großer Flohmarkt auf der Freifläche statt – auch mit Spielzeugständen. Paul und Kapitän Wirbelwind entdecken sofort Lego. Ein Stand mit ganzen Sets ist leider völlig überteuert, aber die beiden machen ein echtes Schnäppchen: zwei große Packungen gemischter Legosteine. Diese wandern direkt in einen Kopfkissenbezug und dann in die Waschmaschine vor Ort – die glücklicherweise fast immer frei ist.

Am Nachmittag gehen wir noch einmal zur 7er-Schleusentreppe, die wir vor zwei Tagen selbst passiert haben, und schauen sie uns nochmal ganz in Ruhe an.

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Den Pin für das passende Schloss erhält man per App, und kann sich sein Wasserfahrzeug direkt selber nehmen.

Tag 40 – Ach du Schreck, eine Siebener-Schleusentreppe!

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 621,75 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 14,4sm bei Ø 2,46 Knoten
  • 8 Schleusen

Zeit unterwegs: ca. 5,83 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Windig

Heute geht es morgens zu 9 Uhr los, um direkt die Brückenöffnung und erste Schleusung zu schaffen, denn um 9 Uhr nehmen die Schleusen ihre Arbeit auf. Nach der Schleuse und einer direkt angrenzenden Brückenöffnung fahren wir für 3 Stunden über den See Roxen, bis wir an der Carl Johan Schleusentreppe ankommen. Diese besteht aus 7 aufeinanderfolgenden Schleusen, d.h. sobald man eine Schleuse passiert und geschafft hat, fährt man direkt in die nächste Schleuse ein – das Ausfahrtstor der einen ist das Einfahrtstor der anderen Schleuse.

Wir können um 11.30 Uhr rein, nachdem wir gut 20 min gewartet haben. Leider hat sich das Wetter verschlechtert und es nieselt, leider die gesamte Schleusenzeit über.

Ich bleibe für die Schlesungen wieder von Anfang an an Land. Paul und die Kinder sind an Bord, bis der Mini Matrose in der 5. Schleuse dann keine Lust mehr hat und müde wird und wir kurzerhand am Ende einer Schleusung, wenn wir uns auch Dinge rüberreichen können, den Buggy an Land stellen und ich den Kleinen reinsetze und nach dem Festmachen der nächsten Leinen umherschiebe, denn tatsächlich habe ich nun bis zum Schleusenende erstmal nichts mehr zu tun als zu warten. Zu Beginn und Ende einer Schleuse muss ich bei dieser Schleusentreppe immer hoch- und runterrennen und bin dadurch total durchgeschwitzt.

Der Mini Matrose schläft zum Glück direkt ein. Die 7 Schleusen haben wir nach 90 min geschafft – und dann sind wir auch geschafft! Auch hier zeigt sich wieder: Die Schleusenwärterin sind ausnahmslos toll und super freundlich!

Als wir ausfahren, kommen wir in einem größeren Becken an, wo sich der Hafen von Berg befindet. Man könnte auch die 4 Doppelschleusen oberhalb des Ortes noch anschließen – wir entscheiden jedoch einerseits, dass es für heute reicht und wir uns andererseits den Hafen ansehen möchten, der laut Karte viel zu bieten hat. Leider herrscht sehr viel Wind, aber mit der Hilfe eines älteren Ehepaares aus Southampton, England, gelingt das Anlegemanöver, mal wieder rückwärts, sehr gut. Die Erwachsenen sind fix und fertig und wir gönnen uns bei einer kleinen Runde durch den Hafen ein schönes Eis (für Julia natürlich ein Softeis, für Paul und Kapitän Wirbelwind Kugeleis). Letzter möchte am liebsten direkt mit dem Parkgolf beginnen, wir sind dafür aber nicht mehr in der Stimmung, ich denke ich hätte wohl nicht mal mehr den Ball getroffen).

Wer besonders lange warten muss, nutzt sicherlich gern die häufig zu findenden Grillplätze.
Vor dem Beginn der Schleusung
Jetzt gehts los – je nachdem, wie die Schiffe mit welcher Größe liegen, werden die Schleusentore leichter oder stärker, mehr rechts oder mehr links geöffnet. Hier: rechts groß geöffnet, links weniger. So strömt viel Wasser an uns links vorbei (wir liegen als stabiles größeres Schiff vorne) und trifft dann deutlich abgeschwächt auf die zweite Reihe an Booten).

Tag 41 – Viel Regen und verspäteter Geburtstagskuchen

Heute ist es windig und regnerisch. Am Vormittag laufen die Kinder und ich zu dem kleinen Supermarkt im Ort und sehen an einer der Schleusen, die wir noch vor uns haben, ein abgebranntes Ausflugsgasthaus. Das muss ein bis zwei Tage zuvor passiert sein. Sieht heftig aus und stinkt noch sehr unangenehm. Dies war laut Kanalführer eine Restaurantempfehlung. Schade!

Am Nachmittag backen wir nun endlich Pauls verspäteten Geburtstags-Kuchen, tatsächlich backt er ihn am liebsten immer selbst, es ist ein weißer Schokoladenkuchen mit Zitrone. Es sind ja nur zwei Wochen zu spät. 😉

Im Hafen gibt es drei Food Trucks, einer mit „normalem“ Imbissessen (Pommes, Schnitzel und Co.), einer mit Burgern und einer mit neapolitanischen Pizza. Wir entscheiden uns, heute bleibt unsere Küche kalt und wir nutzen diese willkommene Möglichkeit, letztere kulinarische Möglichkeit zu nutzen.

Tag 39 – Und schon wieder nach Norrköping…

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Insgesamt haben wir 607 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 9,7 sm bei Ø 4,0 Knoten
  • 3 Schleusen

Zeit unterwegs: ca. 2,4 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Sonnig und heiß

Wir fahren erst mit dem Boot nach Norsholm. Als wir dort ankommen, ist gerade ein Autokran dabei, ein Motorboot ins Wasser zu setzen. Das Boot war im Roxen aufgelaufen und hatte sich dabei das Ruder beschädigt – deshalb musste es notgekrant werden.

Nachdem wir festgemacht hatten, sind wir zu viert mit Bus und Zug nach Norrköping gefahren, zu dem Marineladen von gestern. Wir zeigen den Mitarbeitern die defekte Leiter, und man merkt sofort: Sie haben ein richtig schlechtes Gewissen. Die Leiter wird anstandslos gegen ein hochwertigeres Modell ausgetauscht – zum gleichen Preis. Obendrauf bekommen wir noch ein paar Give-aways und eine neue Cappy für Paul zu einem sehr vergünstigten Preis.

Anschließend gehen wir zu einem Italiener, der laut Pokalen im Schaufenster mehrere Preise in Pizza-Akrobatik gewonnen hat. Auf dem Weg dorthin kommen wir zufällig an einem Jetski-Rennen vorbei – kannten wir so noch nicht, das war ziemlich actionreich und spannend zu beobachten.

Nach dem Essen ging es mit Bahn und Bus zurück zum Boot.

Überall stehen Grillplätze
Ausflug zu dritt aufs Deck
Bullerbü Idylle
Jetski Rennen in Norrköping

Tag 38 – Hafentag in Söderköping und Fahrt zum Marineladen

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Insgesamt haben wir 598 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 2,2 sm bei Ø 1,75 Knoten
  • 7 Schleusen

Zeit unterwegs: ca. 2,5 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

Da es schwierig ist, von unserem Boot vorne über den Bug an Land zu gehen, beschließen wir, hierfür eine Leiter zu kaufen. Diese soll bei Bedarf vorne am Boot eingehängt werden und das Problem lösen.

Zu diesem Zweck fahren der Kapitän Wirbelwind und Paul mit dem Überlandbus nach Norrköping.
Dort gibt es einen Marine-Store, der eine passende Leiter vorrätig hat. Am Vormittag regnet es durchgehend, doch dank Regenkleidung kommen die beiden trocken im Laden an. Am Nachmittag sind sie wieder zurück.

Kurz vor 15:30 Uhr kommt strahlender Sonnenschein auf, und es wird spontan beschlossen, noch einige Schleusen zu passieren, um den nächsten Tag etwas zu verkürzen. Gegen 17:30 Uhr stranden wir an einem Café. Dort befindet sich ein Holzsteg, an dem wir – nach Absprache mit den Schleusenwärtern – festmachen und übernachten dürfen.

Im Café gibt es hausgemachte Kuchen und Eis – die Qualität überzeugt uns vollkommen. Wir sitzen am Kanal und genießen ein Eis. Zwei Stück Kuchen nehmen wir für den nächsten Tag mit.

Leider stellt der Kapitän am Ende fest, dass die Leiter einen Defekt hat. Daher wird es morgen für

Tag 36 – Nach Söderköping

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Insgesamt haben wir 595 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 3,1sm bei Ø 1,93 Knoten
  • 2 Schleusen

Zeit unterwegs: ca. 1,6 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

Wolkig bis Sonnig

Heute kommen wir erst um kurz vor 11 los. In Mem ist tatsächlich nichts los, ein paar Wohnhäuser, das geschlossene Restaurant und vor der Schleuse der Hafenkontor, zu dem wir entspannt die paar Schritte zurücklaufen können. Paul hat nämlich Sorge, dass unsere Fender besser noch um 2 weitere ergänzt werden sollten. Neben Fendern, Büchern, Bootswimpeln, Cappys und Kühlschrankmagneten (natürlich letzte drei mit der Aufschrift GÖTA KANAL ☺️) führen sie sogar Rettungswesten hier. Toller Service! Dann sieht Kapitän Wirbelwind ein paar Motorräder vor dem Restaurant stehen und es stellt sich heraus, dass die Herberge oberhalb des Restaurants geöffnet hat und zwei Motorradfahrer herauskommen. Oh, das müssten wir noch abwarten, er würde gerne sehen, wie die Fahrer und Fahrerinnen ihre Helme aufsetzen, die Motoren starten und davonfahren. So die Theorie. Oder sagen wir mal, bis sich alle 6 Fahrer/innen versammelt hatten, ihr Gepäck auf den Motorrädern verstaut, wetterfest verpackt und sich selbst gesammelt hatten, ging es leider nicht sehr schnell, wir warteten sicherlich eine halbe Stunde bei den Motorrädern. Ich unterhielt mich währenddessen mit dem Mini Matrosen in der Trage und dem ungeduldigen Kapitän Wirbelwind an der Hand mit mehreren von ihnen, um die Langeweile totzuschlagen, vielleicht waren sie auch deshalb so langsam 🙈. Jedenfalls waren sie seit 4 Tagen unterwegs, gestartet am ersten Tag in Karlskrona ganz in Südschweden an der Küste, dann weiter nach Kalmar, Västervik und nun zum Göta Kanal. 3 Tage hätten sie noch. Verrückt wie schnell man mit dem Motorrad ist und wie langsam mit dem Schiff, in Kalmar und Västervik waren wir ja auch, aber für die Entfernung hatten wir deutlich länger gebraucht.
Dann endlich fahren sie los, jeder von ihnen hupt uns zum Abschied zu (Kapitän Wirbelwind erschrickt erstmal total, das war sehr unerwartet für ihn) und wir winken ihnen zum Abschied zu, bevor wir uns startklar machen zum Ablegen.
Es geht nach Söderköping, ungefähr 90 min von hier, wo Paul unter anderem seine zwei neuen Fender an einer Tankstelle aufpumpen möchte. Die Schleuse dort ist ein totaler Besuchermagnet und so müssen wir unsere zweite Schleusung schon direkt mit viel Publikum absolvieren, was aber sehr gut gelingt. Wir haben schon viel Übung aus Deutschland, auch wenn das Schleusen hier die Besonderheit hat, dass ich von Bord gehen muss und die Leinen an Land festmache, weil die 200 Jahre alten Schleusen keine Möglichkeiten zum Festhalten an der Schleusenwand bereithalten, wie es modernere Anlagen tun. Direkt hinter der Schleuse liegt der Hafen, wir können längsseits festmachen und so immerhin auch von Bord gehen (erinnere: unser Hocker für vorne war ja kaputt gegangen und wir kommen derzeit nicht über den Bug an Land, außer dieses liegt im Vergleich zum Schiff/ Wasser sehr hoch.