Wir fahren durch die erste Schleuse des Trollhätte Kanals und kommen in die namensgebende Stadt des Kanals. Kurz hinter der Hebebrücke sehen wir auf der linken Seite ein relativ neues Schwimmbad und auf der rechten Seite eine süße Insel zwischen den Kanalseiten mit einem kleinen Hafen und einen Spielplatz. Spontan wie wir sind, entscheiden wir, hier machen wir fest! (Es ist erst das zweite Hallenbad, welches wir auf unserer Reise sehen. Wenn man bei Google Maps Schwimmbad eingibt, bekommt man zu 95% Badeplätze, kleine Strände oder Badeleitern an Seen oder dem Meer angezeigt Da der nächste Crewgeburtstag unmittelbar bevorsteht (morgen!), scheint dies ein schöner Platz zu sein, um morgen etwas Schönes zu unternehmen!
Den Nachmittag nutzen wir, um zu dem Wasserkraftwerk und dem Wasserfall zu laufen (letzterer wird leider mittlerweile nur noch für 3 Tage im Jahr geöffnet- und tatsächlich haben wir diese Chance um 2 Tage verpasst, wie ärgerlich!)
In der Nähe gibt es einen tollen Spielplatz mit super Rutsche und tollem Wasserspielplatz, beim Spaziergang durch die Stadt fällt uns auf, dass sich diese viel Mühe gibt, mit vielen Blumenkübeln, tollen Parks mit Kunstwerken und ganz tollen Spielplätzen, und wohl durch den Kanal und die Wasserkraft einiges an Geld haben muss.
Wetter: Leichte Briese und Traumhaftes Segeln unter Geenacker.
Zeit unterwegs: ca. 5,1 Stunden (ohne Schleusen)
Am Vormittag gehen wir auf der Insel spazieren, am Anfang heißt es, 1 km und dann ist dort eine Freifläche, wo sich häufig Hirsche und Damwild tummelt, dann schläft Kapitän Wirbelwind vor, einen Rundweg zu laufen, wir willigen ein und dann nochmal 2,5 km. Schlussendlich sind wir 1,5 h unterwegs, sehen so wunderschöne Natur und kommen völlig durchgeschwitzt wieder am Schlauchboot an, fahren zurück zum Schiff und gehen erstmal baden und kühlen uns ab (naja, wir Erwachsenen, Kapitän Wirbelwind traut sich nicht weiter rein als bis zum Bauch). Dann legen wir ab und kommen gut 5 h später auf Kållandsö an, im Hafen von Schloss Läckö und bekommen den vorletzten Liegeplatz.
Wir sind die rote Route gelaufen- die lilafarbene laufen wir beim nächsten Mal =)Bald ist dieser Ameisenhaufen größer und ragt über den Gehweg hinweg
Heute ist es endlich soweit: Der beste Kumpel von Kapitän Wirbelwind und seine Familie kommen! Sie besuchen uns und fahren dafür pro Richtung 3,5 h- Wahnsinn! Er freut sich schon sichtlich, ihn endlich wiederzusehen! Am Vormittag heißt es aber nochmal einkaufen und bei der Gelegenheit bringen wir nochmal etwas Pfand zurück – und freuen uns wieder über einen sehr fortschrittlichen Pfandautomaten, in den man einfach eine große Tüte hineinkippen kann und der Automat sortiert selbst die Flaschen und Dosen!
Als sie da sind, gehen wir Mamas mit den Kids zunächst auf den Spielplatz hier in Vänersborg, während die Papas mit deren Auto zu Lidl fahren. Unsere Lager sind ziemlich leergefegt und auch das Trinkwasser neigt sich dem Ende. Ja, ich meine tatsächliche diese Riesenmenge an Flaschen, die auf einem der ersten Fotos hier im Blog für die Reise 2025 zu sehen war. Leider ist Lidl selbst eher eine Enttäuschung, da unsere Hoffnung war, hier ein paar Euros sparen zu können. Fehlanzeige! Ansonsten ist Frische und Sortiment aber gleichzusetzen mit den deutschen Lidls.
Wir hatten einige dringend benötigte Dinge zu ihnen schicken lassen und sie haben tatsächlich noch Platz in ihrem Auto gefunden, uns diese mitzubringen- so großartig, wir sind total dankbar !
Als wir alle wieder am Schiff sind, fahren wir mit diesem raus und ankern in der Nähe vom Hafen. Ihr Wunsch ist, ein wenig mit dem Boot zu fahren und diesem kommen wir gern nach!
Der Papa hat heute Geburtstag und wir wollen zusammen grillen und Geburtstagskuchen essen !
Die Kids (also ausgenommen die Babys) spielen unter Deck mit Playmobil, Lego und Co. und wir Eltern genießen ein paar Minuten in der Plicht, mal ohne gebraucht zu werden. Wunderbar!
Als wir zurückkommen und wieder anlegen wollen, ist unser Platz „reserviert“. Also legen wir, völlig fertig bei 29 Grad und Sonne und dem heutigen Trubel, das Schiff nochmal um, morgen soll es dann weitergehen.
Der Pfandautomat, wie eine große Waschtrommel- sehr zeitsparend!
Unter Motor und Segeln: ca. 0,35 sm bei Ø 4,37 Knoten
Zeit unterwegs: ca. 8,1 Stunden
Nach duschen und baden gehts heute Vormittag gegen halb 11 los aus der Bucht. Wir motoren nur kurz raus und setzen dann direkt die Segel – es herrscht Bonbonwetter und so kommt mal wieder der Gennacker zum Einsatz. Paul ist heilfroh, dass wir noch einen für diese Reise bestellt hatten, denn für diesen starken Raumschotskurs wäre es sonst echt schwierig geworden zu segeln. Und so gleiten wir auf recht glattem Vänernwasser dahin für 8 Stunden Richtung Vänersborg, wo wir uns für morgen mit Freunden verabredet haben.
Eine deutsche Seglerin spricht uns beim Anlegen in Vänersborg an, mir ihr und ihrem Mann waren wir die 7er Schleusentreppe in Berg hochgefahren und hatten sie dann in Vadstena am Vätternsee das letzte Mal gesehen, wo wir länger blieben als sie. Witzig, wie man sich dann viel später wiedertrifft. Sie haben ebenfalls 4 Monate Zeit für ihre Tour und machen auch recht gemächlich.
Bei einem langen entspannten Segeltag bleibt viel Zeit fürs Basteln, insbesondere während der Mini Matrose schläft !
Morgens gehen wir zum Schloss hoch. Das Schloss gefällt uns gut, leider sind viele Räume und Kammern, durch die man durch muss, mit Skulpturen etc. von Künstlern bestückt, was allerdings weder mit dem Schloss noch mit dem Mittelalter in Zusammenhang steht.
Am Vorabend hatte ich einen Platz bei einer Schatzsuche für Kinder gebucht, die von der Schlossstiftung kostenfrei für Kinder ab 5 Jahren angeboten wird und so besichtigen wir erst das Schloss und gehen dann den Schatz suchen. Kapitän Wirbelwind ist Feuer und Flamme und würde am liebsten ewig weitermachen. Worum gehts? Die Diebische Elster hat das Armband einer Mitarbeiterin gestohlen und im Wald versteckt. Sie hat aber Hinweise zu deren Verbleib hinterlassen und nun sollen ihr die Kinder helfen, die Rätsel zu lösen und das Armband zurückzubekommen!
Nach der Schatzsuche gehen wir noch kurz zu einer kleinen Badestelle zum Erfrischen und legen danach mit dem Schiff ab. Heute ist es mal wieder sehr sommerlich warm und wir legen uns vor dem Hafen, seitlich der Betonnung der Hafeneinfahrt, vor Anker für unsere für uns alle wichtige Mittagsruhe. Vor Anker geht einfach mehr Wind durchs Schiff als starr im Hafen.
Im Anschluss geht es weiter Richtung Vänersborg und damit dem Eingang zum Trollhätte Kanal. Heute Abend soll es aber nochmal in eine schöne Ankerbucht gehen, es ist ein schöner sonniger Segeltörn. Die Ankerbucht wurde uns empfohlen, und so kommen wir bei Arneviken an und werfen gegen 18 Uhr den Anker.
Paul und Kapitän Wirbelwind steigen nochmal kurzerhand ins Schlauchboot und erkunden noch ein wenig die Gegend. Die erste Familie hatte uns berichtet, dass sie letztes Jahr hier in dieser Bucht einen Biber entdeckt haben – aber leider haben die beiden heute Abend kein Glück.
Diese Krabbensandwiches gibt es wirklich überall hier in Schweden!Kunst? =)Wer findet den Eisvogel?Spinnennetz, das gestohlene Armband ist nicht weit!Dieser Baum dachte sich wohl: Mh, hier liegt zwar ein Stein, aber was soll’s! Ich möchte HIER wachsen, also finde ich einen Weg!Abends um 23 Uhr in der Ankerbucht – der Preis für dieses Foto mit der Drohne? Ungefähr 20 Mückenstiche für Paul.
Man kann ihn mit dem (eigenen oder gemieteten) Boot befahren, man kann die super ausgebauten Radwege neben dem Kanal nutzen (und über die Seen mit einer Fähre übersetzen) oder die Wohnmobilstellplätze in der Nähe der Häfen.
Alle wichtigen Infos zum Göta Kanal finden sich auf diesen paar Fotos:
Unter Motor und Segeln: ca. 1,61 sm bei Ø 6,4 Knoten
1 Schleuse
Zeit unterwegs: ca. 3,8 Stunden (ohne Schleusen)
Am Vormittag gehen wir noch etwas durch die Gegend rund um den Hafen, besuchen das kleine aber feine Kanalmuseum oberhalb eines Cafés und waschen nochmal die restliche Wäsche durch (hier ist das Waschen ja nochmal inkl.).
Gegen Mittag passieren wir die letzte Schleuse des Göta Kanals; uns ergreift etwas Wehmut. Wir müssen die Servicekarten abgeben (für die Servicegebäude) und der Aufkleber am Schiff, dass wir nach Sjötorp fahren, wird durchgeschnitten. Das macht’s natürlich nicht besser mit der Wehmut!
An dieser Stelle mal unser Fazit zum Götakanal : wir waren vorher hin- und hergerissen, so viele Schleusen, mit Baby und Kind an Bord, die kaum planbar sind- wie wird das? Wird es uns nerven? 58 Schleusen, was soll daran toll sein? Sollten wir lieber woanders hinfahren
Das meiste war unbegründet: Es war die richtige Entscheidung! Das schwedische Inland ist so wunderschön ! Die Landschaft ist immer anders, die Schleusenwärter*innen so freundlich und hilfsbereit, auch wenn das Schleusen auf Zuruf bzw. eben nicht immer leicht mit Baby ist, so waren Paul und ich zum Glück immer ziemlich flexibel und kreativ, um es möglichst allen recht zu machen, vorneweg den Kindern. Stichwort Kind: wir haben eigentlich immer was gefunden, was spannend für Kapitän Wirbelwind war, entweder Spielplätze, Parkgolf, Schlösser/ Burgen, Schatzsuchen, den Mini Kanal etc.! Langweilig muss hier niemandem werden, es ist auf jeden Fall hilfreich, wenn sich das Kind auch vielseitig interessiert.
Nach der Ausfahrt aus der Schleuse segeln wir ganz entspannt über den Vänernsee, Paul ist total happy, weil es ein entspanntes und sehr schönes Segeln ist, keine Welle. Wir fahren nach Djurö, einer Insel mitten auf dem Vänern. Der Vänern ist der größte See Schwedens und zugleich der drittgrößte See Europas. Djurö ist Nationalpark und wurde uns empfohlen von der Familie mit den zwei Jungs, mit denen wir bis kurz vor Stockholm gemeinsam gefahren sind.
Paul und Kapitän Wirbelwind fahren mit dem Schlauchboot zum Land rüber und sie kommen mit der Idee zurück, zum Abendessen an Land zu grillen, auch hier gibt es wieder einige Grillbänke.
Nebenan sitzt ein schwedisches Pärchen, welches uns Tipps für Djurö für einen Spaziergang für den nächsten Tag gibt. Was für ein entspanntes Abendgrillen in einer traumhaften Kulisse. Uns wird mal wieder bewusst, was wir für ein Glück haben, dass wir hier sein dürfen!
Kanalmuseum in SjötorpDas Bild zeigt den Bau des Kanals zu Beginn des 19. JHSchleuse Nr. 1- für uns die letzte Schleuse Unser Schiff im unteren Hafen neben der DoppelschleuseIn der Bucht von Djurö (Nationalpark)
9 Schleusen (3 x Doppel- und einmal 3er Schleusentreppe)
Zeit unterwegs: ca. 2,68 Stunden (ohne Schleusen)
Wir legen gegen 10 Uhr ab und haben heute 7 Schleusen vor uns. Es handelt sich um 2 Doppelschleusen und 1 Dreierschleuse und heute soll es wieder ähnlich warm werden wie die letzten 2 Tage.
Wir legen dann nachmittags in Sjötorp (oben) an.
Wir laufen zum unteren Hafen, den man nach einer Doppelschleuse erreicht, und entscheiden uns, diese kurz vor Schleusenschluss um 6 noch zu machen, um morgen nur noch eine Einzelschleuse zu haben.
Heute bleiben wir in Norrqvarn und Kapitän Wirbelwind geht heute Vormittag direkt als erster und dann nachmittags nochmal. Mittags gehen wir zu den „Trollhäusern“, die vom Hotel vermietet werden und dann zur Schleuse von Norrqvarn, direkt am Hafen gelegen, die wir morgen passieren werden. Kapitän Wirbelwind kommt heute auf jeden Fall voll auf seine Kosten!
Nachmittags gehen wir drei noch in den Kanal zum Abkühlen- als der Mini Matrose im Buggy wach wird und seine Mama im Wasser sieht, fängt er erstmal an eine Schnute zu ziehen und zu weinen. Das gefällt ihm scheinbar gar nicht!
9 Schleusen (3 x Doppel- und einmal 3er Schleusentreppe)
Zeit unterwegs: ca. 1,92 Stunden (ohne Schleusen)
Morgens fahren wir kurz nach der Schleusen- und Brückenöffnung los und passieren drei Doppelschleusen und eine Dreierschleuse bergabwärts. Das ist gar nicht ohne, aber auch diese meistern wir wieder gut. Es zeigt sich, dass das Schleusen mit guter Vorbereitung (Winschen, Leinen, Kinder) und guter Kommunikation keine große Hürde bedeuten muss – bei gewissen Temperaturen aber natürlich dennoch anstrengend ist.
Wir kommen gegen Mittag in Norrqvarn an und nach der Mittagsruhe heißt es direkt: Badesachen an und ab zum Minikanal (dieser liegt ca. 20 m vom Steg entfernt ;-). Zum Glück wussten wir vorab davon und hatten ein Boot mitgenommen bzw. in Kalmar gekauft. Ansonsten können hier die Kinder auch Boote zum Spielen ausleihen. Dieser Minikanal des Göta Kanals ist ein absolutes Highlight für die Kinder am Göta Kanal. Bei den derzeitigen Temperaturen von ca. 24 Grad C (kaum Wind, die Wärme staut sich eher) ist das kühle Wasser des Kanals eine schöne Abkühlung für die Kids.
Mehr als den Mini Kanal, ein Hotel (zu dem gehört der Mini Kanal, den man aber kostenlos nutzen darf) und die Schleuse Norrqvarn gibt es in dem Örtchen nicht.