Dem Mini Matrosen geht es leider nach 2-3 Tagen Entspannung und nur erhöhter Temperatur kurzweilig in der Nacht wieder schlechter. Nach dem Infekt, den beide Kinder hatten mit Fieber und beim Großen Erbrechen, scheint der Kleine das nächste zu haben, und wir wissen auch, was es ist, nachdem nach ca. 3 Tagen (leider auch wieder vermehrt und am Tage) Fieber dann zum Ende hin nochmal 3 Tage Hautausschlag dazukommen, ein Glück nicht juckend. Aber er weint viel, ist sehr anhänglich, es geht ihm einfach nicht gut, er schläft teilweise mehr und ist einfach mies drauf.
Wir sind entsprechend auch ziemlich runter mit den Nerven und nachmittags teilen wir uns wieder auf, Paul und Kapitän Wirbelwind fahren nochmal mit der Fähre und ich habe während des Nachmittagsschläfchens im Buggy mal die seltene Gelegenheit, ein paar Seiten in einem Buch lesen zu können. Wir hoffen, dass der Kleine ganz bald wieder gesund sein wird!
Wir haben es doch noch gefunden, ein leckeres schwedisches Eis: Lejonet & Björnen
Styrsø in der Nacht, mit der Drohne aufgenommen, mit dem beleuchteten Steg, der an einem kleinen Strand endet
Die zwei Kinder und ich gehen heute hoch in den Ort Bretten, wo es eine Kirche und einen Coop (Supermarkt) gibt. Ansonsten süße Straßen und viele herumdüsende Caddys.
Paul baut währenddessen den in Göteborg erworbenen Wechselrichter ein und verpasst daher das schöne Städtchen. Einmal biegen wir in eine geheimnisvolle Gasse ab, und finden uns auf einem süßen kleinem Privatsteg wieder, direkt zwischen vielen schönen Häusern, die einen wunderschönen direkten Meerblick haben. Wissen diese Menschen eigentlich, wie wunderschön sie wohnen?????
Nachmittags nehmen wir eine Schnellfähre und düsen durch die Schären, zum ÖPNV-Preis! Kapitän Wirbelwind ist begeistert und so sehen wir noch einige der nahegelegenen Schäreninseln. Das Wetter ist leider durchwachsen und als wir das zweite Mal aussteigen, fängt es an zu regnen und wir entscheiden kurzfristig, direkt mit der nächsten Fähre in 20 min wieder zurückzufahren, diesmal eine direkte Verbindung zurück.
Kirche von Bratten, leider geschlossenDer Rettungswagen kommt mit dem Rettungsboot
Heute werden wir das erste Mal wieder aufs Meer fahren, wenn auch nicht lange, es soll in die Göteborger Schären gehen. Von anderen Seglern haben wir gehört, dass die Schären nördlich einige schöne Inseln bereithält, jedoch stellen wir fest, dass wir es nicht schaffen würden, von hier Richtung Norden zu fahren – wir benötigen genügend Pufferzeit, um nach Süden zu kommen, denn hier können uns wieder Wind und Welle in einen Hafen festsetzen, sodass wir mehrere Tage abwettern müssten.
Wir haben Glück und die „Nachmieter“ für unseren Liegeplatz sind schon deutlich vor 12 Uhr da und weichen gegenüber auf einen freien Liegeplatz aus und so wird uns durch den Hafenmeister noch mehr Zeit gegeben, um ohne Stress abzulegen. Die anschließende Ausfahrt aus Göteborg ist für uns nochmal ein schönes Erlebnis, wir sehen, wieviele Häfen Göteborg eigentlich hat und sogar ein Piratenschiff liegt in einem Hafen.
Bei der Recherche über lohnenswerte Schärenziele direkt vor Göteborg stoßen wir auf Styrsø, eine niedliche Insel mit Fähranleger zu einigen anderen Schäreninseln, einem großen Altenheim direkt am Hafen, einem super Spielplatz, auf dem wir dann täglich sind und per se „autofrei“. Man sieht nur ein paar wenige Autos, die scheinbar vom Festland stammen, wie z.B. vom Energieversorger. Ansonsten fahren hier Caddys rum (tatsächlich aber auch ziemlich zackig unterwegs) und Lasten-Motorroller.
Auf dem Weg zur InselDie Fähren kann man im ÖPNV-Tarif nutzen, wie cool!!!
Heute Vormittag hat Paul einen Termin auf Arbeit per Videocall und damit gehe ich mit den beiden Kindern rüber in das Einkaufszentrum. Ich möchte mir jetzt mal selbst ein Bild von Lidl machen.
Danach treffen wir Paul auf dem Boot und wir müssen einmal umlegen, weil unser Platz bereits gebucht wurde. Immerhin kann uns der Hafenmeister helfen (er legt dafür zwei kleine Plätze zusammen), und diesmal zahlen wir für die Nacht nur 400 SEK. Hier im Göteborger Hafen Lilla Bommen (vielleicht ist es auch in anderen Häfen hier in der Stadt so), der sich am bekannten Lipstick Gebäude befindet (das Hochhaus mit den roten oberen Etagen, welches aussieht wie ein Lippenstift), gibt es eine Besonderheit, die wir noch nie hatten auf unserer Reise, nicht mal in Stockholm: Viele Segler, die hierherkommen, waren schonmal hier oder haben davon gehört, dass es besser sei, einen Liegeplatz im Voraus zu reservieren. In diesem Hafen können tatsächlich alle Liegeplätze im Voraus reserviert und bezahlt werden. In den meisten Häfen, in denen wir bislang waren, gab es vielleicht 5-10 Plätze, die über Dockspot.com vorab gebucht werden konnten. Nach unseren zwei ersten Nächten hier, können wir keine 3. Nacht buchen – und auch alle anderen Liegeplätze sind weg. Ein Glück ist der Hafenmeister aber flexibel und hilft uns weiter. Das Kuriose ist, dass zu 12 Uhr also viele Schiffe ablegen, dafür andere in den Hafen einfahren und andere Schiffe, die noch bleiben wollen, zu anderen Plätzen umlegen wollen – das Schiffstetris beginnt (12 Uhr ist hier die späteste Uhrzeit zum Verlassen des Liegeplatzes).
Als wir an unserem neuen Platz liegen, machen wir uns auf und fahren mit der Straßenbahn zur Markthalle, auf Schwedisch „Saluhall“. Ich hatte gelesen, dass es hier einen Stand geben soll, der gute Köttbullar und andere schwedische Hausmannskost verkauft und so essen wir hier zu Mittag. Tatsächlich können wir daher auch etwas günstiger essen als in richtigen Restaurants, aber an die Qualität der Kalmarer Studenten-„Kantine“ kommt der Stand leider nicht ganz ran.
Im Anschluss machen wir uns auf den Weg zu dem großen Slottsskogen-Park: Da es zum Laufen zu weit ist, nehmen wir die Straßenbahn, auch hier hält man zwar die Kreditkarte oder das Handy an den Entwerter, muss aber zum Aussteigen nicht wieder ranhalten, sondern die Zeit für das normale Ticket läuft einfach los.
Der Park ist riesig, er hat einige Tiergehege (sogar Elche!), einen Streichelzoo und den vielleicht größten Spielplatz in Schweden. Es gefällt uns unheimlich gut hier, leider sehen wir keine Elche. Sie gehen wohl ihre eigenen Wege außerhalb von Fütterungszeiten. Allein der Spielplatz wäre der Weg hierher wert.
Welch schönes Kompliment! =)Endlich mal wieder das schwedische Nationalgericht genossen =)Bäcker in der Saluhall (Markthalle)Die Markthalle muss auch im Obergeschoss erkundet werden =)Diese Möwe rechts hatte einen pinken Flummi gefunden und hatte sich in den Kopf gesetzt, dass dieser irgendwie lecker aussehen würde. Bevor sie ihn schlucken konnte, rannte Paul hinter ihr her und sie ließ ihn voll Schreck fallen.Der krasseste und größte Spielplatz, den wir je gesehen haben: Der Plikta im Slottsskogen-Park (aufgrund der Fülle konnten keine weiteren Fotos gemacht werden)Im Streichelzoo
Den Kindern geht es langsam besser, das Fieber von Kapitän Wirbelwind ist weg und der Mini Matrose und auch fitter. Heute ist zwar Sonntag, das macht aber für die meisten Läden keinen Unterschied.
Direkt hinter dem Hafen Lilla Bommel in Göteborg, in dem wir gestern angelegt haben, liegt das Einkaufszentrum Nordstan, welches Anfang der 1970er Jahre gebaut wurde. Hier gibt es neben den Supermärkten Hemköp und Lidl viele Modeläden (auch einen supersüßen Baby- und Kinderladen namens Newbie) und sogar einen sehr interessanten Haushalts- und Baumarkt -Laden, in dem Paul nicht nur endlich einen neuen Mülleimer für das benutzte Toilettenpapier an Bord ersteht (er hatte bereits „angedroht“, in Göteborg auch 1 h lang mit den ÖPNV zu IKEA fahren zu wollen, weil ihm ein neuer Eimer, der richtig schließt, so wichtig war), sondern auch einen neuen Bartschneider und einen neuen Wechselrichter fürs Schiff findet. Ein interessantes Konzept, wie wir finden.
In diesem Einkaufszentrum gibt es natürlich auch eine Pachttoilette, wie wir es aus Deutschland kennen, jedoch wird hier ausnahmslos die Kreditkarte bzw. das Handy vorne drangehalten, einen kleinen Teller mit Münzen sucht man hier vergebens!
Am Nachmittag besuchen Kapitän Wirbelwind und Paul das Maritiman in Göteborg. Julia und der Mini-Matrose machen währenddessen einen kleinen Spaziergang am Hafen – denn mit Babytrage und begrenzter Begeisterung für enge Schiffsgänge und steile Treppen ist so ein Museumsbesuch eher weniger reizvoll.
Das Maritiman ist ein schwimmendes Museum, direkt am Wasser, bestehend aus mehreren historischen Schiffen. Die beiden sehen sich drei davon genauer an: den Zerstörer HMS Småland, das U-Boot Nordkaparen und das Feuerlöschboot Flodsprutan II.
Die HMS Småland wurde in den 1950er Jahren gebaut und zählt zu den größten Kriegsschiffen, die in Skandinavien öffentlich zugänglich sind. Viele Bereiche sind offen begehbar – darunter die Brücke, der Maschinenraum, die Unterkünfte der Besatzung und das offene Deck mit seinen eindrucksvollen Geschützen. Auch wenn die Wege an Bord manchmal eng sind, lässt sich alles gut erkunden.
Danach steigen die beiden über eine schmale Luke in die Nordkaparen, ein U-Boot aus den 1960er Jahren. Im Inneren wird es deutlich beengter: Niedrige Decken, enge Schotten, alles auf engstem Raum. Zu sehen gibt es unter anderem die Torpedorohre, kleine Schlafkojen und sogar die winzige Kombüse – vieles wirkt noch weitgehend im Originalzustand erhalten.
Zum Schluss geht es auf die Flodsprutan II, ein altes Feuerlöschboot, das früher im Göteborger Hafen im Einsatz war. An Deck stehen noch große Wasserwerfer und Schlauchanschlüsse, auch der Maschinenraum mit seiner alten Pumpentechnik ist zugänglich.
Für Paul und Kapitän Wirbelwind war der Besuch ein echtes Highlight – Technik, Geschichte und Entdeckerlust auf schwankendem Boden. Und für Julia und den Mini-Matrosen war der Spaziergang am Wasser mindestens genauso schön: Sonne, Möwen, ein bisschen Ruhe – und die Vorfreude auf das gemeinsame Abendessen.
Der Trollhätte-Kanal (schwedisch: Trollhätte kanal) ist ein Schifffahrtskanal in Schweden, der die Verbindung zwischen dem Vänersee (Schwedens größtem Binnensee) und dem Kattegat (Teil der Nordsee) über den Fluss Göta älv herstellt.
🧭 Überblick
Merkmal
Beschreibung
📍 Lage
Südwest-Schweden (zwischen Vänern und Göteborg)
📏 Länge
ca. 82 km, davon etwa 10 km eigentlicher Kanal
⛵ Verbindung
Teil der Göta älv–Wasserstraße zwischen Vänern und dem Meer
⚙️ Schleusen
6 große Schleusen, größte bei Trollhättan
⛰️ Höhenunterschied
ca. 44 Meter, durch Schleusen überwunden
🏗️ Fertigstellung
In der heutigen Form 1916, Ursprung reicht zurück bis ins 18. Jh.
📚 Geschichte
Erste Versuche zum Bau gab es schon im 17. Jahrhundert.
Der moderne Trollhätte-Kanal wurde 1800 eröffnet, mit mehreren Erweiterungen und technischen Verbesserungen.
Heute ist er ein wichtiger Teil der Binnenwasserstraße Göta älv – Trollhätte-Kanal – Vänersee, die bis ins Binnenland (Karlstad, Kristinehamn etc.) reicht.
🛳️ Bedeutung heute
Wirtschaftlich: Der Kanal wird stark genutzt für den Gütertransport zwischen dem Industriegebiet Vänerregion und dem Hafen Göteborg.
Touristisch: Beliebt bei Freizeitkapitänen, Hausbooturlaubern und bei Besuchern der Trollhättan-Schleusenanlagen und Wasserfälle.
Technisch: Die Trollhättan-Schleusentreppe ist eine der größten technischen Attraktionen Schwedens.
📍 Sehenswürdigkeiten
Schleusenmuseum Trollhättan
Historische Schleusentreppen (ältere Generationen der Kanalbauten)
Trollhättan Wasserfälle und Kraftwerke
Vänersee – als Start- oder Endpunkt einer Kanalreise
Sehr gute Frage! Ja, die mehreren Generationen an Schleusen in Trollhättan hängen mit technischen Entwicklungen, steigendem Schiffsverkehr – und auch indirekt mit dem Göta-Kanal zusammen. Hier die Zusammenhänge:
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🚧 Warum gibt es mehrere Generationen von Schleusen in Trollhättan?
1. Technischer Fortschritt
• Die erste Schleuse wurde 1800 fertiggestellt – klein, aus Stein, für flache Holzschiffe.
• Mit der Industrialisierung wurden größere Schiffe üblich → die Schleusen mussten breiter, tiefer und länger werden.
• Deshalb gab es regelmäßig Neubauten:
• 1800: erste Schleusentreppe
• 1844: zweite Generation
• 1916: heutige, große Schleusen – für Frachter bis 4.000 t
2. Kapazitätssteigerung
• Das alte System konnte den wachsenden Güterverkehr (z. B. Erz, Holz, Maschinen) nicht mehr bewältigen.
• Durch neue Schleusengenerationen wurde die Durchlasskapazität deutlich erhöht.
3. Erhaltung als Industriedenkmal
• Die alten Schleusen wurden nicht abgerissen, sondern erhalten – als technische Denkmäler.
• Du kannst heute durch Trollhättan spazieren und alle drei Generationen nebeneinander sehen – eine Art „Schleusen-Freilichtmuseum“.
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Zusammenhang mit dem Göta-Kanal?
Ja – aber nicht direkt baulich, sondern funktional und historisch-strategisch:
Trollhätte-KanalGöta-Kanal
Verbindung: Vänersee ↔ Meer Verbindung: Vänersee ↔ Ostsee
Bauzeit: 1793–1800 Bauzeit: 1810–1832
Natürliches Flusstal (Göta älv) mit künstlichen Schleusen Künstlich gegrabener Kanal durch das Landesinnere
Für Frachtschiffe optimiert Ursprünglich militärisch/wirtschaftlich motiviert
Gemeinsames Ziel:
Beide Kanäle wurden gebaut, um eine Binnenwasserstraße quer durch Schweden zu schaffen:
Ostsee ↔ Vänersee ↔ Westküste/Nordsee
• Der Trollhätte-Kanal war Voraussetzung für den Göta-Kanal, da er den Zugang zum Vänersee sicherte.
• Ohne den Trollhätte-Kanal hätte der Göta-Kanal keine Verbindung zur Westküste gehabt.
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Fazit
• Die mehrere Generationen von Schleusen in Trollhättan sind Ergebnis von über 200 Jahren Anpassung an neue Schiffstypen und Verkehrsvolumen.
• Der Trollhätte-Kanal ist ein vorgeschalteter, modernerer Teil der historischen Göta-Kanal-Verbindung – und bis heute wirtschaftlich bedeutender als der Göta-Kanal, der heute eher touristisch genutzt wird.
Heute geht es nach Göteborg, wo wir gegen 14 Uhr ankommen und schon sehr schauen müssen, wo wir anlegen können. Ein deutsches Seglerpaar ruft uns zu, wir könnten gern neben sie gehen, wir müssten aber mit ca. 57 EUR (ohne Strom) rechnen. Wow, so teuer war noch keine Übernachtung. Selbst Stockholm hat ca. 37 EUR (ebenfalls ohne Strom) gekostet. Da Strom hier in Schweden so teuer ist (es variiert von 5-15 EUR pro Nacht, kneifen wir uns das meistens. Durch das Motorfahren haben wir meist genügend Strom für unsere paar Verbraucher wie Kühlschrank oder Navi, unsere kleine Solarzelle hilft auch ein wenig mit. Die Preise sind leider so stark gestiegen, weil zuvor der Strom häufig günstig oder sogar inkludiert war. So haben sich viele Bootsfahrer elektrische Heizlüfter gekauft und so über Nacht geheizt. In Zeiten hoher Energiepreise findet also ein Umdenken der Hafenbetreiber und Städte statt.
Beide Kinder fiebern den ganzen Tag. Die Kinder und ich verbleiben daher den gesamten Tag an Bord. Ich bekomme fast eine Krise aka Bootskoller.
Abends findet gegenüber des Kanals ein Konzert auf einer riesigen Bühne statt (die schwedische Band kennen wir zwar nicht, bei der Internetrecherche kommt heraus, dass sie auf großer Schwedentournee sind). Zum Abschluss gibt es sogar ein tolles Feuerwerk!
Morgens gehen wir uns erstmal eine Schleusung mit Sportbooten anschauen, um zu entscheiden, ob wir auch hier an Steuerbordseite (rechts) rangehen können oder Fender und Leinen auf Backbord umlegen müssen. So kommen wir dann gegen 11 Uhr los, jedoch schließen die Tore direkt vor uns. Doch dann, denkt sich scheinbar der Schleusenwärter (oder -Wärterin?, hier sieht man leider niemanden mehr), da wäre noch Platz für uns und öffnet die Tore sogar für uns nochmal. Dies hatten wir bereits in der ersten Schleuse vor Trollhättan erlebt, sodass wir nicht zu zweit, sondern dann zu fünft geschleust sind. Leider dauerte es da sehr lange, bis alle weiteren Schiffe eingefahren und festgemacht hatten (inkl. Umentscheiden für die andere Wandseite…). Das ging bei uns zügiger, zum Glück waren wir ja auch vorbereitet.
Diese Schleusen empfanden wir als beeindruckend, die eine ist sogar 8 Meter hoch, also benötigt man über 16 Meter Leine, um herunterschleusen zu können, und die ganze Zeit das Schiff halten zu können. Man kann auch mit Bootshaken schleusen und immer wieder umgreifen, wir fanden die Idee mit der Leine jedoch besser.
Als wir ganz unten angekommen sind, machen wir unsere Mittagspause am Park der alten Schleusentreppen. Hier gibt es nur einen Platz, wo man festmachen darf, und dieser Platz ist zum Glück frei.
Nach der Pause sagt Kapitän Wirbelwind, ihm sei schlecht. Wir wissen erstmal nicht so Recht, ob er nicht einfach sehr müde sei, denn die letzten Tage waren ja sehr aufregend. Leider nein. Wir legen in Lilla Edet an, einem Minihafen an einem Minikaff, der keinerlei Infrastruktur bietet, nur einen entfernten Supermarkt. Er liegt direkt vor der letzten Schleuse, die wir am nächsten Tag passieren möchten, wenn wir nach Göteborg fahren. Als wir zu Abend essen (es gibt Bruschetta), muss er sich direkt übergeben.
Blödes Gefühl, hier ist ja auch nichts. Beide Kinder bekommen am Abend noch Fieber. Oh Mann, was soll das bloß werden!?!?!
Zwei Schleusen öffnen gleichzeitig – Schleusenöffnung mit Gegenverkehr!Park unten bei den alten Schleusentreppen, kurze MittagspauseWasserkraftwerk in Lilla Edet
Morgens geht es los Richtung Schleusentreppe. Dort machen wir fest und packen unsere Sachen – es gibt im Ort nämlich zwei spannende Museen: das Saab-Museum und ein innovatives Science Center. Da Kapitän Wirbelwind seit Stockholm immer mal wieder gefragt hat, wann wir endlich wieder ins (Stockholmer) Technikmuseum gehen, entscheiden wir uns für das Science Center. Das klingt vielversprechend – und wir wollen es erkunden!
Auf dem Weg dorthin entdecken wir einen alten Kran. Beim Blick auf das Schild daneben stellen wir fest: Der wurde früher genutzt, um Lokomotiven auf Schiffe zu verladen oder davon herunterzuheben – beeindruckend! Passend dazu steht vor dem Science Center auch eine alte Lokomotive. Ich klettere mit Kapitän Wirbelwind auf den Tender, und wir inspizieren alles ganz genau.
Das Science Center entpuppt sich als echter Volltreffer. Ich gehe mit Kapitän Wirbelwind in einen LEGO-Kurs, bei dem wir ein „Müllmonster“ bauen und sogar programmieren. Ein Riesenspaß – und richtig gut gemacht! Julia ist währenddessen mit dem Mini-Matrosen im Bereich für die ganz Kleinen unterwegs (For the „Junior Engineers“ ;-). Auch der ist liebevoll gestaltet. Insgesamt ein wirklich tolles Museum!
Mittags essen wir im angeschlossenen Restaurant und gehen danach noch einmal zurück ins Science Center – es gibt einfach so viel zu entdecken. Wir hatten ein Kombiticket mit dem Saab-Museum gekauft, also schauen wir dort auch noch vorbei. Leider überzeugt uns das Saab-Museum nicht besonders – der Funke springt nicht so richtig über.
Am Nachmittag schauen wir uns die Schleusentreppen von Trollhättan an – ein echtes Highlight! Insgesamt gibt es hier drei Generationen von Schleusenanlagen, die jeweils gebaut wurden, um den wachsenden Anforderungen der Schifffahrt gerecht zu werden.
Die erste Treppe stammt von 1800 und bestand aus acht Kammern – ein gewaltiges Projekt für die damalige Zeit. Doch schon wenige Jahrzehnte später waren die Schleusen zu klein für die neuen Schiffstypen, und so wurde 1844 eine zweite Anlage mit größeren Kammern gebaut. Als Anfang des 20. Jahrhunderts der Schiffsverkehr weiter zunahm, entstand schließlich die heutige Schleusentreppe, die 1916 in Betrieb ging. Sie ist für Schiffe bis ca. 88 Meter Länge ausgelegt und wird bis heute genutzt.
Aber auch diese Schleusen stoßen inzwischen an ihre Grenzen: Größere Frachter und die Anforderungen an moderne Logistik machen eine neue Anlage notwendig. Und so ist bereits die vierte Generation in Planung – mit Schleusen von 125 Metern Länge und 18 Metern Breite. Ab 2027 soll gebaut werden, und ab 2030 könnten die neuen Kammern in Betrieb gehen. Ein spannender Einblick in 200 Jahre Schleusengeschichte!
Ich laufe mit Kapitän Wirbelwind bis zum Unterwasser. Ein tolles Erlebnis – so nah an der Technik und Geschichte dran zu sein. Die vielen Höhenmeter machen uns nur etwas zu schaffen bei 25 Grad C.
Abends zeigt das AIS, dass ein Frachter die Schleusentreppe hochkommt. Ich mache mich frühzeitig auf den Weg zur Schleuse – und es wird ein echtes Schauspiel. Auch wenn die Umweltbelastung solcher Transporte sicher kritisch zu sehen ist, ist es trotzdem faszinierend, so ein großes Schiff durch die engen Kammern manövrieren zu sehen.
Ein Kran für Lokomotiven!
Im Museum Innovatum Science CenterHier kann auf spielerische Weise erlernt werden, welchen Weg die Nahrung durch Speiseröhre über Magen bis hin zum Enddarm nimmt !Autonomer Minibus, mit zwei Dreierbänken gegenüber und keine Fahrerbank, spannend mal zu ProbezusitzenDer programmierte „Müllfresser“, je nach LEGO-Steinfarbe, die man einwirft, miaut er, spielt Lieder oder bewegt sein Maul. So würde Recycling noch mehr Spaß machen! =)„Familienlabor“ -verschiedene kurze und leichte Experimente LEGO Mars Rover, Herausforderung: die Flagge mit dem Greifarm hinstellen
Im Saab-Museum:
Saab produziert seit ca. 2011 keine Autos mehr.Nostalgie-Gefühle kommen hoch (jedenfalls bei Julia an Kindheitszeiten mit der Carrera Bahn)Alte SchleusentreppeAktuelle Generation der SchleusenVerlorener Bootshaken 😉
Heute hat Julia Geburtstag. Schon seit Tagen beschwert sie sich immer wieder, dass es ausgerechnet heute regnen und gewittern soll – und dass wir diesen Tag in einem Ort verbringen werden, an dem man nun wirklich nicht seinen Geburtstag feiern möchte.
Tja, manchmal kommt es dann eben doch anders als gedacht.
Wir starten nach dem Frühstück bei bestem Wetter und machen uns erstmal auf den Weg ins gestern entdeckte Hallenbad. Ein echter Volltreffer! Das Bad ist ganz neu und hat einen großartigen Kleinkindbereich. Es gibt fünf Becken mit unterschiedlichen Tiefen (abgesehen vom Nichtschwimmerbecken), mehrere Rutschen in verschiedenen Beckentiefen und jede Menge blubbernde und spritzende Wasserspiele.
Kapitän Wirbelwind ist anfangs noch etwas zögerlich, sich im tieferen Becken mit seinen Schwimmflügeln treiben zu lassen. Also testet er erstmal in einem flacheren Becken, wo er gut stehen und sich gleichzeitig in die Flügel hängen kann. Danach entscheidet er mutig, allein ins tiefere Becken (ca. 0,8–1 m) zu gehen. Ich gehe aber lieber mit – und dann klappt’s auch dort: Er lässt sich treiben und hat richtig Spaß. Ein rundum gelungener Vormittag!
Anschließend geht’s auf Julias Wunsch in ein Thai-Restaurant. Während wir dort essen, ärgert sie sich schon darüber, dass sie ihre Sonnenbrille nicht dabei hat …
Nach dem Essen bummeln wir noch ein wenig durch die Stadt, machen einen Abstecher zum Supermarkt und finden unterwegs einen weiteren schönen Spielplatz. Julia merkt an, dass das hier ja eigentlich ein echtes Highlight unserer Reise ist. Die Stadt gefällt uns wirklich gut: alles super sauber, gepflegte Anlagen, viele Blumenrabatten – einfach schön! Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein Eis in der Sonne und gehen bei strahlendem Sonnenschein zurück zum Boot.
Abends, nach dem Essen an Bord, fängt es dann doch noch an zu regnen – aber das Gewitter bleibt aus. Im Hafen gibt es sogar noch ein kleines Konzert, das zwar etwas nass startet, aber trotzdem schön ist.
Wie Julia am Ende des Tages zusammenfasst: ein toller Geburtstag. Morgen wollen wir nur einen Hafen weiter – und dort noch ein paar Museen besuchen.