Tag 84 – Hafentag auf Omø (10.08.)

Heute wollen wir mal wieder etwas zur Ruhe kommen, nachdem der gestrige Tag so anstrengend war. Dieser Hafen hier ist wirklich komplett voll mit Deutschen, vor allem deutschen Familien, die natürlich liebend gern den Spielplatz am Hafen nutzen. Volltreffer für die Kids!

Am Nachmittag wollen wir wieder unserem Bewegungsdrang nachgehen und laufen über die halbe Insel bis Omø By, dem kleinen Örtchen, wo es eine Kirche, einen Ententeich und einen Supermarkt gibt. Seit unserem letzten Besuch vor ein paar Jahren, damals noch zu zweit, war dies ein normaler „Tante Emma-Laden“ mit einem Kassierer und eher kurzen Öffnungszeiten. Nun hat der Supermarkt nur noch teilweise einen Kassierer (oder *in) und dann Zeiten, zu denen man mit einer App die Tür öffnet und dann selbst das eingepackte am Ende des Besuchs einspannt. Leider klappt das öffnen der Tür mit der App bei keinem von uns (und wir sind mir 4 Erwachsenen (und vier Kindern) unterwegs, aber zum Glück öffnet uns die Familie, die gerade einkauft, die Tür und lässt uns ein.

Wir entdecken einen anderen Weg zurück zum Hafen und treffen dabei auf eine Weide mit Gallowayrindern (wir glauben deren Fleisch gibt’s vorne am Hafen beim Kiosk zu kaufen…) und freuen uns, noch etwas Anderes sehen zu können.

Abends gehen die Kinder wieder auf den Spielplatz, während wir das Grillen für den Abend vorbereiten. Paul geht zwischendurch mal mit den Kids zum Fähranleger und versucht, einen Blick auf die Malizia zu werfen. Also hier gefällt es uns echt gut, auch wenn hier kaum was ist. Aber die anderen deutschen Familien und der Spielplatz sind zwei sehr schwerwiegende Arguments, um wiederzukommen.

Sieht so Sightseeing auf Omø aus?

Zu verkaufen 😆 Aber Achtung, in Dänemark ja nur an Menschen, die ihren Wohnsitz auch in Dänemark haben

Tag 83 – Auf zur nächsten Insel (09.08.)

Insgesamt haben wir 960,3 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Segel: ca. 4,56 sm bei Ø 5,7 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 0,76 sm bei Ø 2,45 Knoten
  • Unter Segel und Motor: ca. 42,02 sm bei Ø 5,81 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 8,3 Stunden

Heute soll es schon früh weitergehen. Während der Mini Matrose noch schläft, gehe ich noch schnell duschen und wir fahren los, als sich die meisten Kojen erst langsam öffnen und die ersten Segler langsam aus ihren Booten klettern.

Die Überfahrt von Samsø nach Omø wird sehr anstrengend. Die Wachphasen des Mini Matrosen verbringen wir beide im Salon, auf der Lee-Seite des Schiffes. Da das Schiff sehr gekrängt ist, sind wir auf der Seite, die sich unten befindet, am besten aufgehoben. Die zweite Herausforderung besteht im Stampfen, also Bewegung in fast alle Richtungen, über Stunden.

Wir sind einfach kaputt und froh, als wir auf Omø ankommen. Paul und ich waren vor Jahren schon einmal hier und können uns auch an einiges erinnern. An den mega Spielplatz direkt an den Liegeplätzen, neben den Grillplätzen, jedoch nicht. Der ist wirklich richtig klasse. Bekannte von uns sind heute auch hier angekommen und wir lassen den anstrengenden Tag am Spielplatz ausklingen, und die vier Kinder freuen sich über die grüne Wiese und die tollen Spielgeräte inkl. super Sandkasten (in Schweden ja kaum vorhanden, hier wieder mehr).

Sowas schmerzt das Seglerherz, ein „vergessenes Segelboot“!?

Tag 82 – Von Ebeltoft nach Ballen auf Samsø oder: Der sympathischste Hafenmeister wohnt auf Samsø! (08.08.)

Insgesamt haben wir 912,96 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Segel: ca. 11,88 sm bei Ø 5,4 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 3,12 sm bei Ø 3,1 Knoten
  • Unter Segel und Motor: ca. 13,63 sm bei Ø 6,16 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 5,4 Stunden

Heute ist wieder Zeit zu stampfen. Eine gewisse Wellenhöhe kommt eine Zeitlang, nachdem wir die Abdeckung des Landhakens verlassen haben, von vorne auf uns zu. Der Mini Matrose und ich verbringen diese Zeit in der Waagerechten beim 1. von 3 Tagesschläfchen (also ich schlafe nicht jedes Mal mit, nur fürs Protokoll ;-), was für ein Timing! Die anderen beiden sind oben in der Plicht und hören die neuesten Abenteuer der „Drei ??? Kids!“. Das vorhergesagte örtliche kleine Gewitter taucht nicht auf, wie schon nach Sichtung aller Wettermodellen vermutet – und wir kommen gegen 15 Uhr auf Samsø an. Hier bemerken wir wieder, diesmal aber umso stärker: Wow, wieviele deutsche Flaggen hier im Hafen liegen!

Viele Plätze sind belegt, ein paar sind noch frei, an denen jedoch „online buchbar“ steht. Ich suche online einen aus, der uns auch im wahren Leben gefällt, und wir legen an. Da begrüßt uns der Hafenmeister mit den Worten, hier könnten wir leider nicht liegen bleiben, der Platz wurde durch ein 14 Meter Schiff reserviert, das System könne dies aber leider nicht anzeigen. So ein Mist, hier hätten wir längsseits liegen können und das ist wunderbar, wenn man mit Baby und Buggy unterwegs ist. Er ist aber super freundlich, bittet um Entschuldigung und macht uns einen anderen Platz schmackhaft, von dem aus man es auch nicht weit hat zu den Sanitäranlagen und den Restaurants/ Cafés. Wir sagen zu und schon düst er mit seinem Lastenrad zu dem Platz und erwartet uns dort, um mir vorn die Leinen abzunehmen – natürlich auch wieder mit einem Lächeln. Sehr sympathisch. Ich sage, wir bleiben auch nur eine Nacht, weil wir weiter müssen und er kann es kaum glauben, dass jemand nach nur einer Nacht schon weiterfahren möchte. Im Laufe des Spaziergangs zum Hafenautomaten sowie zur Erkundung des Städtchens verstehe ich auch, wieso. Für mich steht schnell fest, hierher möchte ich gern zurückkommen. Samsø bleibt auf unserer Liste. Am Abend sehen wir eine Pizzeria und wir haben natürlich mal wieder nicht vorkochen können während der Fahrt (das Essen wäre zeitweise wohl durch die Luft geflogen), also setzen wir uns und lernen die bekannten Samsø’er Kartoffeln auf einer Pizza kennen. Auch das gern beim nächsten Mal nochmal =)

Morgens um halb 9 in Ebeltoft: Während Mama noch nicht richtig wach ist (vielleicht sollte ich doch mal anfangen, Kaffee zu trinken???) … und Papa beim Supermarkt Brot oder Brötchen fürs Frühstück besorgt, flitzt der Kleinste schon über die Wiese und klettert der Größere über den Spielplatz
Wow, Fensterputzen in der 2. Etage von außen ohne Gerüst… Sogar mit Dampfaufsatz!
Derweil bei Paul im Supermarkt: „Kinder, seid brav und esst Obst, während eure Eltern einkaufen.“ Das ist ja mal nett!

Nochmal Pizza- aber wir sind auf Samsø und hier gibt es Kartoffelpizza, die wir vorher noch nirgendwo bekommen haben. Lecker!

Tag 81 – Von Grenaa nach Ebeltoft (07.08.)

Insgesamt haben wir 884 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Segel: ca. 3,15 sm bei Ø 4,7Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 19,65 sm bei Ø 5 Knoten
  • Unter Segel und Motor: ca. 3,82 sm bei Ø 6,8 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 5,2 Stunden

Es geht weiter südwärts. Wir überlegen, ob wir heute direkt zur Insel Samsø (relativ gerade runter) oder nach Ebeltoft (um einen Landhaken herum und ca. 1 h an diesem wieder hoch) fahren sollen. Kapitän Wirbelwind sagt spontan: Ebeltoft! und damit ist es entschieden. Ich hatte mir bei Google Maps den Ort wieder vorab angeschaut und war mir sicher, das wäre was für eine Nacht, ggf. sogar 2-3, wenn dies erforderlich werden sollte. In dem einen von zwei Häfen in der Stadt liegt in unmittelbarer Nähe ein altes Holzkriegsschiff von 1860 – da bin ich mir der Begeisterung unseres Älteren sicher.

Das Städtchen Ebeltoft hat total Charme. Die Touristen wissen darum. Die Gastronomie ebenso.

Es gibt zwei interessante Museen, einmal das Museum sowie das Holzkriegsschiff selbst namens Fregatte Jylland sowie ein Glasmuseum. Mit zwei Kindern in ein Glasmuseum, wir entscheiden uns dann doch für das weniger gefährliche 😉 Der Shop des Glasmuseums sowie eine dort empfohlene Glaswerkstatt in der Stadt beeindrucken uns sehr und ich verliebe mich in einige Vasen. Umgerechnet kosten diese um die 300 EUR. Grmpf. Dann doch nur anschauen…

Die Fregatte Jylland gefällt uns gut, die Schatzsuche über die Flaggen taugt leider nur teilweise etwas, da die Antworten häufig mehrdeutig sind. Dennoch macht es Spaß und man kann sich kaum alles ansehen und anhören, wenn man mit zwei kleinen Kindern unterwegs ist. Ich könnte direkt 2 h länger hier bleiben und den Audioguide durchhören.

Danach haben wir Hunger, der Museums-Proviant ist längst aufgefuttert. Wir sind mal wieder nicht gut genug durchorganisiert, um nach einem solchen Museumsbesuch auf dem Schiff ein fertiges Abendessen vorzufinden (häufig essen wir abends warm, weil es tagsüber während des Segeln häufig eher schwierig ist zu kochen und dann maximal Brot schmieren oder Müsli/ Joghurt essen). Wir streifen durch das Städtchen, welches viele sehr gut bewertete Restaurants bereithält. Leider gibt es sowas wie Imbisse quasi nicht, sondern häufig Restaurants mit empfohlener Weinbegleitung in der Speisekarte. Bei einem interessant wirkenden Restaurant mit Tapas kommen wir mit 2 Erwachsenen und 1 Halbstarken 😉 auf gut 100 EUR – für das Essen. Das empfinden wir schon als happig, Hochzeitstag ist auch nicht und so finden wir, nachdem wir kurz vor einer Brauerei mit Acoustic Live-Musik stehen bleiben (ohne Kinder hätten wir uns dazu gesetzt und die schönen Klänge und wunderbare Atmosphäre genossen, während die Sängerin gefühlvoll John Lennon’s „Imagine“ singt), eine kleine Pizzeria, die sich vor allem auf Take away und Lieferdienst spezialisiert hat, bei der man den Besuch auch noch bezahlen kann. In Dänemark ist es nicht üblich, wie in Schweden, eine Flasche kostenfreies Trinkwasser gereicht zu bekommen, da kommen die Getränke für alle regelmäßig noch mit dazu.

Im Shop des Glasmuseums, wunderschöne Glaskunst!
Die Reeperbahn – wo die Seile hergestellt werden
Der Kompass
Nachstellung einer Amputation eines schwer verletzten Beins

Ganz schön schwer! Wir bekommen die Winsch grade so bewegt

Tag 80 – Busfahrt in die Stadt Grenaa (06.08.)

Heute wollen wir mal ein bisschen was von Grenaa selbst sehen, im Internet hatten wir schöne Fotos vom Stadtinneren gesehen und bisher aber nur die eher triste Gegend rund um den Hafen zu Gesicht bekommen, hier war vor allem das Kattegatcentret von gestern das Highlight. Wir sind zunächst beim Strand (leider ist es sehr bewölkt und eher ungemütlich, es wirkt, als würde es in wenigen Minuten anfangen zu nieseln) und laufen dann zum Hafen zurück, um dort mit dem Bus in die Stadt fahren zu können. Eigentlich dachten wir, einen Aushang so verstanden zu haben, dass im Sommer alle Busse kostenfrei seien, aber da täuschen wir uns. Es betrifft nur eine Buslinie (natürlich nicht jene, in die wir einsteigen) und wir müssen lernen, dass in Dänemark das Bezahlen mit Handy oder Kreditkarte in Bussen nicht möglich ist. Bargeld haben wir natürlich nicht dabei (und auch nicht vor, abzuheben) und der nette Busfahrer nimmt uns als seine einzigen Fahrgäste dennoch kostenfrei mit, haben wir ein Glück!

In der Kirche in der Stadt dürfen wir einem sehr schönen Orgelkonzert einer deutschen Auswandererin lauschen, die nach 14 Jahren in Norwegen als Organistin nun nach Dänemark gezogen ist, weil ihr die norwegische Gemeinde zu altbacken und etwas aus der Zeit gefallen war und sie sich zwar im Ort, aber nicht in der Gemeinde wohlfühlte. Auch freut sie sich über die Weite der Natur in Dänemark mit vielen Feldern, was es so in Norwegen quasi nicht gibt, da es dort eher felsig zugeht.

Sie erzählt uns auch, dass die Bänke nicht mehr die originale Farbe haben und zur „Trauer“ von Kapitän Wirbelwind auch keine Türen mehr, die er so gern auf- und zumacht =)
Wieder ein „Fahrstuhl“ für den schweren Einkaufskorb
Kunstausstellung in der Kirche
Im Hafen fährt auch eine Fähre nach Halmstad (Schweden)
Nach der Rückkehr aus der Stadt:
„Papa, ich möchte heute nochmal zu dem Spielplatz mit der Krake von gestern!“ „Äh, da können wir nicht nochmal hin, das kostet Eintritt, das tut mir leid.“(Anmerkung: Rd. 25 Euro Eintritt für einen Erwachsenen und ca. 14 EUR für ein Kind ab 3 Jahre sind doch für ein paar Minuten spielen und klettern relativ viel) „Aber da bin ich gestern nicht hochgeklettert, das möchte ich heute unbedingt noch machen.“ (…….) „Ok, pass auf, ich frage mal beim Einlass nach, ob du da heute nochmal klettern darfst.“

Nun, wie man auf den Fotos sehen kann, haben sie uns tatsächlich nochmal reingelassen. Vielleicht, weil es eine Stunde vor Schließung war, aber auf jeden Fall hätten wir (Paul und Kapitän Wirbelwind) alles ansehen können.

Um Julia glücklich zu machen, bekommt sie dieses Mal auch ein eigenes Softeis. =)

„Fisch frisst Kind“ 😂
In der Waschküche des Hafens- Schwalbennester

Tag 79 – Im Kattegatcentret (05.08.)

Heute wollen wir in das Kattegacentret direkt am Hafen, ein Aquarium zum Thema Kattegat sowie mit über 200 Arten aus aller Welt. Wir machen uns auf eine ereignisreichen Tag gefasst und sind zum Glück kurz nach der Öffnung um 10 Uhr dort, als es noch nicht so voll ist. Das Aquarium, die Ausstellungen, die beiden Spielplätze, die Fütterung der tropischen Haie, das Labor und die Schatzsuche machen es für uns zu einem sehr gelungenen Tag, den wir mit super leckeren dänischen Bio Vanille-Softeis und jeweils einen Kuschel-Rochen aus dem Shop (sie sind aber auch zu niedlich) abrunden.

Vor dem Kattegatcentret in Grenaa
Majestätische Rochen
Dieser Seestern verspeist gerade eine Muschel (nur das Muschelfleisch, ohne Schale). Uns wird erklärt, dass dies über eine Stunde dauern kann, weil er es mit dem Maul verspeist, Seesterne können aber wohl auch ihren Magen „nach außen verlagern“, so haben wir es jedenfalls verstanden, dann dauert dies eher ein paar Minuten.
Babykino
Neuer Innenspielplatz
Pfeilschwanzkrebs
Natürlich sind wir wieder bei der Schatzsuche am Start =)
In der Schale sitzt das diesjährige Küken eines Pinguinpaares (und erst das dritte Küken überhaupt im Kattegatcentret)
Wir fragen uns: Brütet hier noch ein Pärchen?
Gebiss eines Walhais
Wasserspielplatz draußen
„Hafenkino“ – Schiff fährt beim Anlegen gegen einen Halben

Tag 78 – Wilder Ritt von Hals nach Grenaa (04.08.)

Insgesamt haben wir 858 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Segel: ca. 38,84 sm bei Ø 6,46Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 2,79 sm bei Ø 2,96 Knoten
  • Unter Segel und Motor: ca. 1,25 sm bei Ø 5,43 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 7,2 Stunden

Wir sind heute mal wieder recht lange unterwegs und es ist sehr bedeckt, wir sehen heute kaum Sonne. Es ist zeitweise recht schaukelig und wir sind mit über 8 Knoten Geschwindigkeit echt schnell, haben zeitweise aber auch gut Welle von vorne, sodass das Schiff ordentlich zu stampfen hat.

Julia und der Mini Matrose haben aber Glück, zu den Zeiten, wo es besonders schaukelig ist, sind grad die Schläfchen angesagt, sodass sie in der Waagerechten die angenehmste Position haben. Kapitän Wirbelwind und ich sind oben in der Plicht und hören Kinderhörbücher. Das können wir stundenlang tun und haben auch schon sehr viele Geschichten durch. Paddington, Sams (diverse), Das kleine Gespenst, die kleine Fledermaus Wegda etc…

Der Abend, als die Kinder schlafen, wird teilweise sehr stürmisch und der Wind pfeift durch die Masten. Wir beide nutzen die kuschelige Atmosphäre (na immerhin wenn man drinnen ist) und schauen einen schönen Film zusammen. Seltenes Vergnügen, meist verbringen wir die kurze Abendzeit zusammen mit Geschirrspülen, Segelroute mit Wetter besprechen, Wäsche zusammenlegen oder aufräumen vom Tag. Oder eben mit dem Schreiben des Blogs, was aber daher nicht jeden und auch nicht jeden zweiten Tag klappt.

Verstecken spielen
In Grenaa, wenn man für seinen Stegtritt eine Eingravierung mit dem Modellnamen beauftragt, dann stelle ich mir vor, hat man keine ernsthaften Probleme im Leben – schöne Vorstellung.

Tag 77 – Hafentag in Hals (03.08.25)

Der heutige Tag ist schnell zusammengefasst, es ist vor allem wolkig, manchmal zeigt sich die Sonne für kurze Zeit. Wir verbringen den Tag mit aufräumen („Klar-Schiff-machen“), Spielplätze, einkaufen, abends grillen. Eine kurze Pause auf dem Weg nach Süden.

Die Grillterrasse des Segelclubs mit neuen Weber Gasgrills darf man mitbenutzen… machen wir- es gibt mal wieder Burger seit Längerem

Tag 76 – Von Læsø nach Hals (02.08.)

Insgesamt haben wir 815 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Segel: ca. 4,67 sm bei Ø 3,4Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 5,07 sm bei Ø 2,2 Knoten
  • Unter Segel und Motor: ca. 22,48 sm bei Ø 6,02 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 7,5 Stunden

Wir fahren direkt morgens gegen 9 Uhr los und kommen gut weg von der Mooringleine, denn wir lassen den Motor erst an, als wir sicher sind, dass sich die Leine wieder Richtung Hafengrund abgesetzt hat (eine Leine im Propeller wäre eine Worst Case, insbesondere bei den Temperaturen, wenn man keinen Neopren dabei hat 🙈).

Das Wetter hat umgeschlagen, gestern noch schöner Sonnenschein und Badewetter (leider hatten wir für Letzteres nicht genügend Zeit), hat es heute Nacht angefangen zu regnen und zu gewittern. Dieses Wetter wird uns die nächsten Tage noch begleiten, denn es hängt ein Tief über Dänemark, was noch Sturm bringen wird. Also müssen wir bei dem Versuch, Strecke Richtung Süden zu machen, sehr auf geeignete Wetterfenster achten. Daher sitzen wir nun jeden Abend lange zusammen und überlegen, wann und wie und wohin es weitergehen soll. Ich sehe langsam immer mehr ein, dass Kopenhagen keinen Sinn mehr macht und wir die Küste Jütlands herunterfahren werden und ggf. Ein paar Inseln auf dem Weg besuchen werden. Ob es dann an Fünen entlang gerade herunter (oder links dran entlang an Flensburg vorbei) oder doch eher Richtung Falster gehen wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen müssen.

Der Hafen in Hals bietet eine gute Einkaufsmöglichkeit und zwei tolle Spielplätze (zu den Themen Vögel und der andere ein Piratenschiff). Das Vorhandensein eines Spielplatzes steht bei uns bei der Hafenauswahl sehr weit oben auf der Prio-Liste.

Wir bekommen einen der letzten Plätze und beim Anlegen bekommen wir wieder Hilfe, diesmal von einem Berliner, der derzeit Einhand unterwegs ist und im nächsten Etappenziel Kopenhagen wieder Mitsegler an Bord nehmen wird. Seinen Verein kennen wir ganz gut, hier haben wir jahrelang den Mast unseres bisherigen Schiffes gelegt oder gestellt. Er kommt gerade aus Schottland, wo der durch den Caledonian Canal gefahren ist (auch mit Crew). Beim Austauschen merken wir, dass er selbst Einhand bei deutlich mehr Wind unterwegs ist als wir es derzeit machen würden, auch gegen Welle trotz kleinerem Schiff. Er hat ja auch keine Kinder an Bord, sondern ist gerade in den Ruhestand gegangen und erfüllt sich mit der Reise einen Traum. Seine Frau ist in Berlin und muss arbeiten.

Robben
toller Spielplatz in Hals
Wenn alle Kanonen mit Blumen schießen würde , wäre die Welt wohl ein besserer Ort.
Das Glas eines Leichtturms mal von ganz nah anschauen können (Fresnellinse)

Tag 75 – Irgendwann muss es südwärts gehen… (01.08.)

Insgesamt haben wir 783 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 27,7 sm bei Ø 5,75 Knoten
  • Unter Segel und Motor: ca. 11,09 sm bei Ø 4,97 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 7 Stunden

Heute soll es Richtung Dänemark gehen. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht; wir hatten geplant, an der schwedischen Küste runterzufahren, in Falkenberg zu halten (hier hatte ich im Gymnasium eine Austauschswoche mit einer ganz lieben schwedischen Familie) und einige Tage in Kopenhagen zu genießen. Nach Kopenhagen hatten wir es vor den Kindern schon einige Male geplant, aber nie dorthin geschafft. So soll es wohl auch weiter bleiben.

Die zumeist vorherrschenden Westwinde bedeuten leider, dass auf der schwedischen Westseite die möglichen Wellen eine langen Anlauf haben, wenn der Wind aus Dänemark herüberweht, was er meist tut.

Wir fahren morgens los und tanken erstmal an der gegenüberliegnen Seite der Insel neuen Sprit.

Wir kommen ganz gut rüber und legen gegen halb 4 am Nachmittag auf Læsø an (gehört schon zu Dänemark, nördlich von Anholt). Die Fahrt war lang, dennoch werden wir beim Anlegen nochmal herausgefordert. Die seitlichen Liegeplätze sind nur für Schiffe über 14 Meter reserviert und wir sehen schnell, dass alle anderen Plätze nur mit Mooringseilen ausgestattet sind. Absolute Premiere für uns, die wir aber auch gern herausgezögert haben. Bei diesen Liegeplätzen sind Seile vom Steg (Bugseite) nach hinten zu einer Boje unter Wasser gespannt und die Aufgabe besteht darin, den Bug am Steg festzumachen (wie sonst auch) und dann mittels eines Bootshakens diese (naja, sie ist halt dauernd im Wasser, also), grüne, glipschig-Schleimige Leine zu schnappen und diese hinten am Schiff zu befestigen, um auch nach hinten fest zu sein. Es ist zwar wirklich etwas eklig, aber gelingt.

Von der Landschaft haben wir einen kurzen Schreck: Wir waren die letzten Wochen nur felsige (wunderschöne) Landschaften gewohnt, wenig Sand, keine Gräser, und nun stehen wir auf dieser Insel mit Sandstränden und vielen Strandgräsern. Die paar Kilometer machen einen so großen Unterschied in der Landschaft aus, eigentlich Wahnsinn.

Ich war als Kind viel in Dänemark im Urlaub und liebe die (häufigen sehr weitläufigen und leeren) Strände. Aber die schwedische Landschaft ist etwas Besonderes, welche wir in Deutschland nicht kennen und schon sehr in ihren Bann gezogen hat.

Badehäuschen am Wasser, Wohnhaus oben auf dem Fels. Ja, so kann man es sich gut gehen lassen!
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Ankunft auf Læsø
Erste Amtshandlung: Dänisches Softeis genießen