Tag 15 – Letzter Tag in Kalmar

Vormittags sind Paul und Kapitän Wirbelwind nochmal unterwegs und bringen u.a. leckeres Brot (und die besten Erdbeeren der Welt) mit. Hierzu fahren Sie noch einmal mit dem Bus. Dieser fährt am Bahnhof ab und dort steht gerade ein Zug mit dem Ziel Göteborg. Hier soll es auf unserer Reise auch nocheinmal hingehen.

Mittags gehen wir nochmal in der Universität essen, danach geht’s zum Nautikausrüster und Eisladen. Auf dem Rückweg überrascht uns der Regen und wir finden „Zuflucht“ im kleinen Einkaufszentrum am Hafen, dort gibt es sogar eine kleine Spielecke. Zurück am Schiff machen wir wieder Klar Schiff und Paul wechselt das Thermostat des Motors. Bei hoher Last kommt immer etwas Wasserdampf aus dem Auspuff. Aber auch der Thermostat Wechsel bringt keine Änderung. Paul will morgen einmal bei der Werft vorbeigehen und klären, ob jetzt etwas akut gemacht werden muss.

Abends bemerken wir, wie voll der Hafen wieder geworden ist, nachdem die letzten Tage eher leer waren. Es sind viele Deutsche in den Hafen gekommen, neben uns legt sogar ein älteres Ehepaar aus Berlin mit einer ziemlich neuen Hanse-Yacht an.

Tag 14 – Endlich auf die Ritterburg (äh Schloss)! (01.06.2025)

Heute gehen wir zum Kalmarer Schloss, das sind ca. 20 min zu laufen und einen großen Teil durch einen sehr schönen Park. Wir verbringen locker 3 h dort, im Ticket- und Souvenirladen gibt es eine Ritterburg mit Rittern, Pferden und Katapult zum Spielen (ja, es steht explizit dran, dass Kinder mit ihr spielen sollen). Kapitän Wirbelwind freut sich einen Keks und spielt vor und nach dem Schlossbesuch ausgiebig mit ihr. Nach Midsommer (21.06.) wird im Schloss einiges für Kinder geboten, wir haben es damals vor 3 Jahren auf der Rückfahrt gesehen: im Innenhof werden dann Stände aufgebaut, Kinder können gegen einen Ritter kämpfen, ein Kettenhemd anziehen etc. Wir haben jedoch auch jetzt schon Glück: im Außenhof stehen einige der Utensilien wie eine Parcoursstrecke zum Balancieren sowie ein Pferd auf Schienen und wir können uns austoben.

Tag 13 – Ein schöner Tag im grünen Kalmar

Vormittags kommt uns die Familie bei uns auf dem Schiff besuchen und ich kümmere mich um die Wäsche. Die Hafengebühr ist mit 30€ pro Nacht eher hoch, jedoch ist hier das Waschen / trocknen und Dusche mit Sauna inkludiert. Bereits in Swinemünde haben wir den gleichen Preis bezahlt, jedoch ohne Zusatzleistungen- und durften ab der zweiten Nacht noch Kurtaxe drauflegen. Da ist hier das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich gut.
Wir verbringen noch etwas Zeit auf ihrem Schiff, bis diese mittags ablegen. Ihr älterer Sohn spielt beide Male mit unserem Kapitän Wirbelwind Lego und wir Erwachsenen können Erfahrungen und Tipps austauschen. Sie waren schon einige Male hier, die letzten Sommer haben sie mit dem Segelschiff in Schweden verbracht und zuletzt sind sie letztes Jahr durch den Götakanal gefahren und haben ein paar Hinweise und Tipps für uns. Dieses Jahr haben sie vor, Richtung Finnland inkl. Ålandinseln und Turku-Archipel zu fahren. Echt schade, dass es nicht passt mit unseren Plänen, zumal sie auch bis Mitte September Zeit haben, wie wir.
Paul fährt am Nachmittag noch mal zu einem Supermarkt und ich gehe mit den beiden Kids in einen super schönen Park mit süßem Spielplatz in der Stadt und wir machen ein kleines Picknick.

Tag 12 – Kalmar, du Schöne!

Logbuch – Überblick

Insgesamt haben wir 222 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Unter Segel: ca. 2,35 sm bei Ø 5,6 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 3,22 sm bei Ø 7,6 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 1,3 Stunden

Wetter & Bedingungen

  • Wind: im Mittel 17 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 1 -1,5m
  • Temperatur: Sonnig

Morgens holen wir den Anker auf. Wir Motoren aus dem Schären-Fahrwasser heraus. Hier stehet eine ordentliche Welle, die uns direkt von der Seite trifft. Die Crew wird ordentlich durchgeschüttelte, bevor wir den Kurs in Richtung Nord anpassen können und die Welle von hinten kommt. Dann werden auch die Segel gesetzt und es geht mit ordentlicher Fahrt nach Kalmar.

Wir kommen in Kalmar um kurz vor 11 Uhr am Vormittag an. Der Hafen ist ziemlich leer und auf der einen Seite liegen seitlich an der Kaimauer keine Schiffe in den Boxen, sondern riesige Motorschiffe.
Der Hafen in Kalmar liegt direkt an der Linné Universität und hier gibt es ein Lokal, wo wir zum Mittagessen einkehren. Studentenkantine wäre hier nicht passend, auch wenn es sich unten in der Uni befindet. Dies ist ein Beispiel dafür, dass Schweden nicht grundsätzlich teuer ist: wir zahlen für eine Portion Köttbullar mit Kartoffeln, Gurkensalat und einer hammermäßigen Bratensoße (Paul tippt auf selbst eingekocht aus Knochen-/Fleischsud) inkl. Salatbuffet und Nachtisch (nur freitags, an diesem Tag Apfelcrumble mit Vanillesoße) und kostenfreiem Trinkwasser umgerechnet gut 13,40 Euro. Da kann man nichts sagen. Jeden Tag gibt es mindestens noch ein Fisch- und ein vegetarisches Gericht.

Direkt im Anschluss machen wir uns auf zur zentralen Bushaltestelle, denn wir wollen zum Baumarkt (tatsächlich ein deutsches „Bauhaus“) und ein paar Dinge einkaufen. Auf dem Weg zum Bus verliere ich die Babytrage, die ich beim Losgehen nur locker über den Buggy gelegt hatte – und bemerke es leider erst vor dem Baumarkt. Also fahre ich wieder zurück und laufe den Weg zum Hafen zurück- und finde sie! So ein Glück!

Und nun: Ab in den Supermarkt- aber es gibt gar keine Milch oder Joghurt 😳 dafür viel Stress und Tränen in der riesigen Spielzeug- und Süßigkeiten-Abteilung. Es handelt sich nämlich nicht um einen Supermarkt, sondern einen Low Budget-Markt; wobei die Legopreise in Deutschland ein Glück nicht denkbar wären!
Auf dem Weg zurück zum Boot treffen wir im Hafen eine andere deutsche Familie mit einem Segelboot Marke Eigen(aus)bau mit zwei Jungs im Alter von 5 1/2 und knapp 3. Wir verstehen uns gut, merken aber sehr schnell, dass sie schon am morgigen Tag weiterwollen und ihr Reiseziel ein komplett anderes ist als unseres. Echt schade!

Tag 11 – Das erste Mal ankern in Schweden

Logbuch – Überblick

Insgesamt haben wir 201 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Unter Segel: ca. 24,61 sm bei Ø 4,7 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 1,62 sm bei Ø 2,3 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 5,9 Stunden

Wetter & Bedingungen

  • Wind: im Mittel 15 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0,5–1 m
  • Wetter: kühl und Sonnig

Wir legen um kurz vor 10 Uhr morgens ab und fahren knapp 5 h in eine Ankerbucht, die wir schon vom letzten Mal kennen. Unterwegs begegnet uns eine Kogge- diese Begegnung wird an Bord freudig mit dem Ausruf „Piratenschiff!“ gefeiert =)

Paul und Kapitän Wirbelwind fahren eine schöne Runde mit dem Dinghi und am Abend nutzen wir die Ruhe und grillen ausgiebig.

Tag 9 – Von der Felseninsel nach Kristianopel, das Festland ruft!

Logbuch – Überblick

Insgesamt haben wir 160 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Unter Segel: ca. 20,74 sm bei Ø 4,1 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 2,76 sm bei Ø 3,8 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 5,8 Stunden

Wetter & Bedingungen

  • Wind: im Mittel 13 Knoten, zunehmend
  • Wellenhöhe: ca. 0–0,5 m
  • Wetter: Sonnig

Wir legen heute ab bei kaum Wind um 6 Uhr morgens, es ist schöner Segelwind und wir kommen um 11:45 in Kristianopel an. Hier haben wir vor 3 Jahren die Stuttgarter kennengelernt, die uns zu lieben Freunden geworden sind.

Der Hafen ist komplett leer, später kommt noch ein zweites Schiff, als es nachmittags regnet. Wir machen in einer Regenpause einen Spaziergang zu einem Teil der ehemaligen Festung und dem kleinen Supermarkt. Dieser hat tatsächlich jeden Tag von 7-21 Uhr geöffnet. 

Hier blühen gerade beginnend die Fliedersträucher, die Flora scheint ca. 2-3 Wochen zu Deutschland zurück zu sein. 

Tag 10 – Regen- und Hafentag

Heute steht ein Hafentag an, bis mittags regnet es. Wir waschen abermals und nutzen die Duschen. Ansonsten steht der Tag unter dem Credo: Klar Schiff machen! Und eine Schokoladentarte backen.

Das Highlight aber legt im Hafen an, als wir fertig sind im Schiff und uns fragen, was machen wir nun mit dem angefangenen Tag bei dem tristen Wetter.
Es nähert sich eine Kogge aus dem niederländischen Kampen am IJsselmeer. Paul und Kapitän Wirbelwind sind zur Stelle, als sie anlegen wollen, und zum Dank werden sie an Bord eingeladen zu einer kleinen Führung. Unser Sohn ist happy, die Kogge ist für ihn wie ein Piratenschiff – und er liebt Piraten und ihre Schiffe (sie stehen genauso hoch im Kurs wie Ritter) ☺️

Tag 8 – Endlich Schweden!

Logbuch – Überblick

Insgesamt haben wir 136 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Unter Segel: ca. 10,82 sm bei Ø 5,9 Knoten
  • Segel & Motor (motorsegelnd): ca. 45,5 sm bei Ø 6,0 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 1,15 sm bei Ø 5,7 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 9,6 Stunden

Wetter & Bedingungen

  • Wind: im Mittel 13 Knoten, zunehmend
  • Wellenhöhe: ca. 0,5–1 m
  • Temperatur: kühl und Sonnig

Es wird eine eher kurze Nacht, der Wecker klingelt um Viertel nach 4, um kurz nach 5 Uhr in der Früh fahren wir von Nexø ab, es geht endlich nach Schweden.

Um 14:30 kommen wir in Utklippan an, das Hafenbecken ist komplett leer. Es ist sehr windig, später regnet es kurz und heftig, bevor wieder die Sonne rauskommt.

Am Nachmittag kommt ein anderer Segler aus Deutschland an mit einem Schiff so groß wie unsers, von einer estnischen Werft, welche nur 7 Segelboote im Jahr baut. Sie sind auf dem Weg nach Estland, wo zu Midsommer (21.06.) ein Treffen dieser Eigner stattfindet. Zurück wollen sie dann ebenfalls, wie wir, durch den Götakanal. Sie müssen jedenfalls viel Zeit diesen Sommer haben. Er erzählt stolz, dass er im Alter von 55 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, er hatte einen eigenen Handwerksbetrieb, der so gut lief, dass er das realisieren konnte. Seitdem ist er mit Segeln und dem Vermieten seiner 10 Eigentumswohnungen beschäftigt. Jaja, diese Babyboomer …

Wir grillen vor dem kleinen Gästehäuschen und essen drinnen, mit Blick auf das Hafenbecken. Am Abend kommen noch 4 weitere Segler; 2 davon über 40 Fuß groß und aus Deutschland. 

Abends gehen Paul und Kapitän Wirbelwind zu einem der zwei Grillplätze und machen ein kleines Lagerfeuer, Holzscheite liegen parat. Echt toll. Und Natur pur, Vogelschutzgebiet inkl.
Man sollte nur nicht zu nah an ihre Nester kommen (man muss natürlich erstmal wissen, wo sie brüten, aktuell ist wohl noch Brutzeit), sonst werden sie echt aggressiv, insbesondere 2 Möwenarten, die hier auch brüten. Die besagten Deutschen wurden fast angegriffen. Zum Glück kam es aber nicht zur Fortsetzung von Hitchcocks „Die Vögel“ 😳

Tag 4 – Es geht los, rüber über’s Haff!

Heute gehts nun endlich los, wir wollen rüber über’s Haff nach Swinemünde. Wir stellen uns einen Wecker und kommen um kurz nach 7 Uhr morgens los. Wir sind gut 4 h unterwegs und die Wetterbedingungen sind eigentlich ganz angenehm. Kapitän Wirbelwind ist jedoch so aufgeregt, dass er im Schiff herumspringt und kurz darauf leider spucken muss. Ja, so schnell kann es gehen. Der Magen muss sich auch erstmal daran gewöhnen.

Als wir ankommen, ist das Wetter durchwachsen, aber wir können uns nun eh erstmal ausruhen und Mittagspause machen.

Abends gehen wir noch durch den schönen Wald-Park (ja, was es nun genau ist, ist schwer zu sagen, es gibt angelegte Flächen und manchmal auch einen Springbrunnen, teilweise sind Abschnitte aber auch einfach Wald) Richtung Strand und suchen uns ein schönes Lokal aus, wo wir es uns gut gehen lassen wollen bei Pizza, Pasta und Schweinefilet mit getrüffeltem Kartoffelstampf und Gemüse in Thymian-Pilz-Soße.

Tag 3 (21.05.) – Ein bissel dauert’s noch…

Am Morgen kommt der Gasprüfer und schaut sich alle Schläuche und den neuen Gasofen an, ob alles ordnungsgemäß angeschlossen und sicher ist. Das kollidiert natürlich, wie sollte es anders sein, natürlich komplett mit jeglichem Rhythmus von Frühstück und ersten Tagesschläfchen, aber das kennen wir ja. Es dauert halt immer alles länger und der Herr ist auch ganz nett und freut sich scheinbar darüber, mit Paul zu fachsimpeln.

Nach der Mittagspause, die wir angelehnt an den Kitarhythmus und zu unserer Entlastung weiterführen, gehts für Paul abermals einkaufen und er hat auch noch etwas entdeckt, was er vom Baumarkt benötigt. In Ueckermünde gibt es immerhin einen, es handelt sich nicht um einen großen der bekannten Ketten, aber das meiste von uns benötigte hat er in aller Regel da.

Im Anschluss fahren Paul und Kapitän Wirbelwind mit dem aufgepumpten Schlauchboot (auch Dinghi genannt) etwas im Hafen umher und dann die Uecker herunter. Dort begegnen sie der „Ucra“, einer vor einigen Jahren einer echten Pommernkogge nachempfundenen Kogge, also einem historischen Schiffstypen, der im Mittelalter (12.-15. JH) vor allem im nordeuropäischen Raum verwendet wurde (insbesondere von der Hanse für den Seehandel)

Ich fahre mit dem Mini-Matrosen während mit dem Buggy zum Strand, es ist heute sehr windig, daher ist es an der Promenade und am Strand einigermaßen ruhig, ich halte meinen Sonnenhut gut fest und genieße dabei einmal die Ruhe, die sonst ja doch recht selten vorhanden ist (wenn wir vom Wachzustand sprechen ;-)).

Für unsere beiden Kinder verwenden wir, der/die aufmerksame Leser*in hat es sicherlich in diesem Eintrag bemerkt, Pseudonyme. Der Mini-Matrose ist unser Baby, im 2. Halbjahr 2024 geboren, und Kapitän Wirbelwind (wer ihn kennt, weiß zu gut, dass dieser Name sehr passend ist) unser 4-Jähriger.