Tag 35 – Göta Kanal, wir kommen!

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 592 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Unter Segel: ca. 21,64 sm bei Ø 3,3 Knoten
  • Unter Segel und Motor: ca. 19,26 sm bei Ø 5,54 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 8,02sm bei Ø 4,8 Knoten
  • 1 Schleuse

Zeit unterwegs: ca. 10 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Wind: 10 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0m

Wir verlassen die heutige Bucht namens Starrängsviken schon früh, wir möchten heute bis zum Start des Göta Kanals in Mem kommen. Wir hatten uns entschieden, von Ost- nach Westschweden zu fahren, natürlich geht auch die andere Richtung. Wir melden uns im Hafenbüro in Mem an (die Kanalgebühr hatten wir zum Frühbucherpreis bereits im März bezahlt, alle Häfen entlang des Kanals sind inkl. aller Einrichtungen inklusive).

Wir werden nun in vielen Schleusen hochgeschleust, bis wir am Vikensee den höchsten Punkt erreichen (zwischen Forsvik und Tåtorp bei 91,8 m über NN), ab da werden wir wieder abwärts geschleust. Insgesamt sind es 58 Schleusen (und 47 Brücken) auf dem Göta Kanal, die wir bezwingen wollen, im Anschluss kommt noch der Trollhätte Kanal, der allerdings deutlich kürzer ist, und dann bei Göteborg endet.

Für heute reicht uns aber diese eine, erste Schleuse. Uns fällt direkt auf, die freundlich und hilfsbereit die Schleusenwärter und -wärterinnen sind. Es sollen so ca. 100 pro Saison sein, fast ausnahmslos junge Leute, viele Studenten, die in ihren Sommerferien einen sicherlich tollen Ferienjob machen können. An der Kasse sitzen ist sicherlich nicht so toll wie der Kontakt mit den Bootsfahrern, die tolle Natur und Landschaft um einen herum und die frische Luft die ganze Zeit.

Als wir ankommen an der Schleuse in Mem, ist es ziemlich windig und ich gehe mit beiden Leinen von Bord, um erstmal festzumachen, denn wir sehen, dass die Schleuse noch zu ist (bzw. gerade mit anderen Schiffen schleust). Paul befürchtet aufgrund des Windes, dass ich die Achterleine nicht gehalten bekomme, bevor ich sie belegen kann und rennt an Bord, um mir zu helfen von dort aus, und stürzt so blöd auf seine linke Hand, dass wir danach die offene Wunde erstmal versorgen müssen.

Die Schleusung selbst klappt gut und wir sind froh, als wir nach 10 h dann direkt im Hafen von Mem festmachen können. Mehr als die Schleuse, das Hafenbüro und ein paar Privathäuser ist hier nichts los, das Restaurant unter dem B&B hat noch geschlossen (dabei ist schon Hochsaison). Das Wetter ist auch nicht so schön und es nieselt, daher verziehen wir uns dann schnell ins Schiff und sind gespannt, wie es morgen wohl weitergeht.

Die Burg von Stegeborg, an der wir vorbeisegeln
Erste Schleusen
Ich gehe von Bord und nehme Vor- und Achterleine mit, lege beide über die Ringe, lege den Ring jeweils zu mir um und lasse Paul die Leinen an Bord zu sich ziehen mittels Winch. Dann heißt es für mich warten, bis die Schleusung endet und ich wieder nach Rücksprache mit Paul losmache.

Schleusen in Deutschland bedeutet immer, dass ich an Bord geblieben bin, hier läuft es anders!

Nach dem Schleusen oben im Hafen
Das „Magazin“ ist leider noch geschlossen. Aber Übernachtungen sind wohl schon möglich.

Tag 34 – 21.06. – Längster Tag des Jahres

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 543 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Unter Segel: ca. 13,46 sm bei Ø 4,84 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 4,97sm bei Ø 4,64 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 3,9 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Wind: 8 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0-0,5m
Spätes Frühstück im Café und B&B Tre Små Rum (also übersetzt 3 kleine Räume), wo wir vor 3 Jahren mit den Stuttgartern schon frühstücken waren und die gestern ja leider geschlossen hatten wegen Midsommarafton
Nun zum Glück wieder geöffnet, das Parkgolf! Minigolf ist in Schweden wie eine kleine Nationsalsportart, jedoch nicht mit so zum große Teil sehr lieblosen Anlagen, sondern hier macht das Spielen und das Bewegen auf dem Gelände mit dem Wasser und den schönen Bepflanzungen richtig Spaß!
Plumps, der Ball fällt ins Wasser!
Letzte Bahn- am Ende landen die Bälle immer in einem Eimer oder einem Rohr, von wo sie dann von den Betreibern wieder eingesammelt werden zum Tagesende, so muss man den Ball nie zurückbringen und jeder Spieler hat seinen eigenen.
Zurück gönnen wir uns den Bus, dieser hat sogar einen Kindersitz mit Anschnallen fest installiert, habe ich auch noch nie gesehen!
Ob diese Bewohner sich eigentlich bewusst sind, wie wunderschön sie wohnen? Ich glaube, ich würde jeden Tag mit einem Lächeln aufstehen =)
Wir fahren am Nachmittag dann noch los in eine Schärenbucht, wo wir nach knapp 4 h am Abend noch ankommen und in dieser Bucht mit drei schwedischen Seglern zusammen vor Anker liegen
Kapitän Wirbelwind ist fix und fertig und schläft bei Paul in der Plicht während es Segelns ein, es ist heute aber auch ein super entspannter Segelabend mit seichtem Wind und viel Geplätscher.

Tag 33 – Midsommar in Trosa (Vorabend)

Heute ist Midsommaraften, der Tag vor Midsommar am 21.06.2025.
Ursprünglich am 24. Juni, wird Midsommar heute immer zwischen dem 20. und 26. Juni gefeiert.

Vormittags wollen wir ins Stadtinnere zum Parkgolf und zum großen Einkaufsladen.
Paul und Kapitän Wirbelwind fahren mit dem Schlauchboot auf dem Kanal in die Richtung, ich laufe mit dem Mini Matrosen im Buggy dorthin.
Als wir am Parkgolf ankommen (Minigolf mit einer liebevoll gestalteten Anlage, mit kleinen Floß und Wasserbereichen), merken wir schell, heute ist zu. Midsommar ist hier ein Feiertag, manche Geschäfte bleiben direkt zu, andere schließen früher und andere haben normal geöffnet. Daran hatten wir nicht gedacht- aber immerhin war der Weg nicht umsonst, da der große Supermarkt nur 5 Gehminuten entfernt ist.

Leider müssen wir wieder einen Schaden vermelden. Auf dem Weg auf dem Kanal bleiben die beiden Männer mit dem Elektromotor an einem Stein hängen und obwohl Paul schnell reagiert, reißt es uns einen der zwei Propellerblätter ab. Zurück müssen sie dann rudern und ein kurzes Stück zieht sie dann noch ein Motorboot hinter sich.

Ab 13 Uhr soll im Heimatmuseum von Trosa eine traditionelle Midsommarfeier stattfinden und wir möchten es dieses Mal unbedingt miterleben, wie der Maibaum aufgestellt wird und traditionelle Trachten sehen und Lieder hören, eben ein Stück weit in diese für die Schweden sehr wichtige Tradition eintauchen. Wir beeilen uns dann alle 3 sehr, um noch rechtzeitig dort anzukommen (den Kanal zurückzupaddeln dauert eindeutig länger als ihn mit Motor zu befahren) und schaffen es rechtzeitig. Auf dem Weg noch ein Versuch, Bargeld zu bekommen – vergebens. Aber als wir bei der Feierlichkeit ankommen, ist eh bereits jeglicher Kuchen etc. aus dem dazugehörigen Café verputzt, sodass wir eh nichts mehr bekommen hätten. Nach dem Aufstellen des Maibaums und dem Tanzen in großer Runde um den Maibaum herum (wir drei plus Mini Matrose in der Trage tanzen natürlich mit) verlassen viele den Hof und wir mit, denn wir denken, es sei nun vorbei. Wir laufen zur nahegelegenen Kirche, die wir von hier bereits sehen können und sehen sie uns von innen an (etwas eigennützig in dem Glauben, dort drin könnte es sicherlich etwas kühler sein als draußen- heute sind ca. 24 Grad C mit dem ganzen Tag Sonne und kaum Schatten – was jedoch nicht zutrifft, gleiche Innen- wie Außentemperatur). Auf dem Rückweg meint Kapitän Wirbelwind, er wolle nochmal zum Fest, na gut, liegt auf dem Weg.

Und siehe da, plötzlich kann man sich in dem Hof bewegen, auf der Wiese werden ein paar Spiele für die Kids gespielt, jedoch sind wir zu spät, um mich noch zu einer Klopapiermumie zu verwandeln (was tut man nicht alles für den Spaß seiner Kinder?! 😉 Wir setzen uns an den Rand und sehen den anderen zu, wie sie zu traditionellen schwedischen Liedern verschiedene Tänze zusammen tanzen (meist in Pärchen mit verschiedenen einfachen Choreographien).

Am Ende des Tages habe ich gut 12.000 Schritte auf der Uhr.

Man sieht sie generell viel, aber zu Midsommar nochmal mehr als sonst, die schwedische Nationalflagge. Wir finden es bewundernswert und würden auch gern so etwas wie „Nationalstolz“ kennen.
Die Erdbeertorte ist das Midsommargericht schlechthin
Okay, beim Thema Plastik beim Einkaufen können sie hier und da defintiv noch besser werden, die Gurken in Plastik kennen wir ja auch noch (gabs vor ein paar Jahren ja auch noch bei uns in Deutschland), aber einzelne Paprika in Plastik finden wir wirklich pervers!
So eine Terrasse würde mir schon gefallen =)
Überall Schilder, dass heute der Laden zu bleibt!
Ein Vogelhochhaus =)
Die Kirche…
Eine Meereskatze auf dem Nachbarschiff
Ein Knall morgens um 7 Uhr – dieses Segelboot setzt noch im Hafen die Segel, das war wohl nicht die beste Idee. Es kracht in ein Motorboot und …
…hinterlässt ein ordentliches Loch…
Wieder was gelernt – man sollte besser einmal Ersatz für den Propeller an Bord haben!
Zur Feier des Tages tun wir es unserem schwedischen Liegeplatznachbarn gleich und hissen unser Flaggenalphabet.

Tag 32 – Oldtimertreffen in Trosa

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Insgesamt haben wir 525 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 12,71sm bei Ø 4,47 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 2,8 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Wind: 8 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0-0,5m

Zurück in Trosa – ein wunderschönes Städtchen. Als erstes steht erstmal wieder Radfahren üben an, das dritte Mal und wir merken, dass nun der Knoten platzt! Kapitän Wirbelwind fährt Rad!!! Paul rennt ihm noch hinterher, aber er fährt, etwas schlackernd frei! Diese Laufräder sind wirklich toll, eine super Vorbereitung fürs Fahrradfahren – ganz ohne Stützräder.

Auf dem Spielplatz treffen wir eine deutsche Auswanderin mit ihren zwei Kindern. Sie sind vor zwei Jahren von Potsdam nach Schweden ausgewandert und sie sind begeistert. Sie sind auf eine Insel in der Nähe gezogen, die mit dem Festland verbunden ist. Der Mann ist selbständig mit Home Office, sie wird nun zum Ende ihrer Elternzeit mit dem zweiten Kind (nach 3 Jahren) einen Job suchen, um ebenfalls beruflich Fuß zu fassen.

Sie erzählt uns von einem Oldtimertreffen ein paar Gehminuten entfernt, zu dem wir uns dann aufmachen. Es gibt verschiedene Modelle (neben einer ganzen Reihe von verschiedenfarbigen Mustangs) zu bestaunen, die meisten in einem mindestens guten Zustand. Es fällt auf, dass es kaum europäische Marken sind, nur ein paar wenige deutsche und 2-3 schwedische.

Hier haben wir das erste Mal gemerkt, dass man in ganz seltenen Situationen eben doch schwedisches Bargeld braucht. Auf dem Treffen gibt es einen Grill mit Burgern und Würstchen, wo man nur mit Bargeld oder SWISH bezahlen kann, Karte nehmen sie (wie in Deutschland auch) nicht. Swish ist eine mobile Zahlungsmethode in Schweden, für die man eine schwedische Personennummer und ein schwedisches Bankkonto benötigt, daher hat man als Ausländer da schlechte Karten. Da jedoch auch kein Bankautomat in der Nähe ist, haben wir keine Möglichkeit zu zahlen – leider riecht Kapitän Wirbelwind die Würstchen und bekommt Hunger. Wir versuchen es ihm zu erklären, aber der Verkäufer zeigt Mitgefühl und schenkt Theo ein Grillwürstchen, das rettet die Laune !

Geschmückte Passagierfähre anlässlich von Midsommar
Oldtimertreffen
Es gibt vor allem amerikanische Oldtimer zu bestaunen
Ein paar wenige deutsche Exemplare

Tag 31 – Wir verlassen Nynäsham

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Insgesamt haben wir 512 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Unter Segel: ca. 2,77 sm bei Ø 2,49 Knoten
  • Unter Segel und Motor: ca. 1,75 sm bei Ø 5,64Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 4,46sm bei Ø 4,2 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 2,5 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Wind: 8 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0-0,5m

Heute fahren wir nachmittags gegen kurz nach 4 raus aus dem Hafen von Nynäsham. Zuvor gehen wir noch Mittagessen bei den Buden. Da in kurzer Distanz Ankerbuchten sind, sparen wir uns die Übernachtungskosten und fahren schon ein Stück raus in Richtung Trosa, wo wir spätestens am Abend vor Midsommar sein möchten (in 2 Tagen).

Ein Vereins-Traditionssegler, bei dem man mitfahren kann als Volontär. Das muss eine spannende Erfahrung sein!
Hier gibts eine Waschanlage für Boote, wie in Kalmar. Leider haben wir noch nicht einmal gesehen, wie sie läuft. Liegt wahrscheinlich auch an den hohen Kosten von über 60 EUR.

Tag 30 – Ein Wiedersehen mit Nynäsham

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Insgesamt haben wir 503 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 2,55 bei Ø 3,22 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 0,79 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Wind: im Mittel 10 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0m

Heute früh geht es direkt vor dem Frühstück die halbe Stunde unter Motor nach Nynäsham, wir sind gegen halb 9 da. Den Vormittag nutzen die Kinder und ich für den Spielplatz am Hafen, später kommt Paul dazu und wir üben das Fahrradfahren. Hier am Spielplatz ist es noch ruhig und auch kaum Spaziergänger, also optimal für Kapitän Wirbelwind, der sich super leicht ablenken lässt.

Mittags kehren wir bei einer der Buden am Hafen ein und bestellen uns Pizza. Leider ist sie nicht mehr so gut wie vor 3 Jahren, schade. Nach der Mittagsruhe laufen wir hoch zum Supermarkt Coop. Hier in Schweden gibt es in vielen Städten mittlerweile auch Lidl, jedoch sind die Läden häufig um die 30 min zu Fuß entfernt. Die restlichen schwedischen Läden (Coop, ICA) sind im Gegensatz zu Lidl auf schwedischen Preisniveau und man muss schon sehr gucken, was man kauft. Die Erdbeeren sind in Stockholm die teuersten, die wir bisher gesehen haben, knapp 19 EUR pro kg. Sie sahen sehr lecker aus, aber der Preis ist schon saftig- vergleichbare Qualität gab es weiter südlich in Kalmar für 14 Euro pro kg. Die Kirschen sind leider auch ziemlich teuer – wir denken an unseren Kirschbaum daheim, der laut Fotos und Erzählungen voll hängt mit sehr leckeren Früchten. Das letzte Mal gab es Kirschen, als wir das letzte Mal „Elternzeit unter Segeln“ gemacht haben, vor 3 Jahren. Seit wir dort wohnen, haben wir daher erst ein Mal ernten können.

Auf dem Rückweg gibts noch ein Eis, kulinarisch ist Nynäsham wirklich eine Perle. Auch für die Krabben- und Fischesser, eine Räucherei mit Restaurant befindet sich direkt am Hafen.

Das Schiff des Spielplatzes heißt „Hoppetosse“ – wer weiß noch, woher man diesen Schiffsnamen kennen könnte?
Es gibt zwar ein Hafenbüro, aber es ist eher eine Touriinformation – denn bezahlen geht hier nur über eine Webseite. Die Übernachtung kostet hier ca. 320 SEK (überall – außer in Stockholm, liegt der Betrag zwischen 300 und 340 SEK)
Auch ein Rollator muss kein Hindernis sein. Irgendwie kommt man schon aufs Boot 🙂

Tag 29 – Von einer Ankerbucht zur nächsten!

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 500 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Unter Segel: ca. 16,22 sm bei Ø 4,05 Knoten
  • Nur unter Motor: ca. 16,34sm bei Ø 5,52 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 6,96 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Wind: im Mittel 10-15 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0-0,5m

Wir besuchen mit dem Dinghi diese wunderschöne Schäreninsel, die voll bevölkert ist – mit Waldameisen. So etwas haben wir noch nicht gesehen! Man könnte denken, Schäreninsel, besteht aus Stein, ein paar Nadelbäume drauf, fertig. Aber nein, weit gefehlt. Jede Bucht und jede Schäre ist auf ihre Weise wunderschön und jede bietet andere Natur, andere Pflanzen und Bewuchs. Wir fahren nach dem Frühstück rüber und merken schnell, dass wir nicht lange stehen bleiben dürfen – sonst haben wir direkt Waldameisen auf den Schuhen!

Netter Platz fürs Lagerfeuer – wie typisch in Schweden, für die nächsten Besucher schon vorbereitet!
Das ist ein Haufen von Waldameisen!

Am Vormittag fahren wir dann los, es soll in eine Bucht nahe der Stadt Nynäsham gehen. Auf dem Weg sehen Paul und dann auch Kapitän Wirbelwind achterlich unseres Schiffs eine Robbe, die kurz zweimal hintereinander auftaucht. Ein Highlight! Ich schaffe es mit Baby leider nicht so schnell nach oben. Vielleicht habe ich ja beim nächsten mal Glück!

Gegen halb 5 werfen wir dann den Anker in der neuen Bucht, ebenfalls wieder sehr schön, aber wieder ganz anders. Am Abend kommt noch ein drittes Schiff in diese Bucht – ein besonderes. Es ist groß, 55 Fuß. Paul googlet es direkt. Ein Schiff dieses Modells wird aktuell in Frankreich verkauft. Für schlappe 1,2 Mio. EUR.
Dafür kann es aber auch Eis brechen und 120 l/h Salzwasser in Trinkwasser verwandeln.

Seit 2 Wochen fällt uns auf, dass es beim Schlafengehen zwischen 22:00 und 22:30 immer länger hell bleibt, Licht müssen wir am Abend nicht mehr anschalten. Zum Glück haben wir Verdunklungsmöglichkeiten in den Kabinen, sodass ein normaler Schlafrhythmus möglich wird (insbesondere mit den Kindern). Wir Erwachsene müssen sehr auf die Uhr achten, um nicht super spät schlafen zu gehen. Am nächsten Morgen ist zwischen 6:30 und 7:00 ja wieder aufwachen angesagt.

Tag 28 – Große Aufregung und wieder schön, in der Natur zu sein! (15.06.25)

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 468 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 14,65 bei Ø 4,77 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 3,07 Stunden

WETTER & BEDINGUNGEN

  • Wind: im Mittel 10 Knoten
  • Wellenhöhe: ca. 0-0,5m

Die ganze Crew ist irgendwie müde. So viel erlebt und gesehen. Kürzer geschlafen. Wir wollen los, raus aus der Stadt, rein in die Natur und zur Ruhe kommen. Heute sollen 26 Grad werden, das ist hier in dieser Metropole schon ziemlich warm. Um kurz nach 12 Uhr mittags legen wir ab.

Doch zuvor, ich habe den Mini Matrosen gerade hingelegt und döse ein wenig ein, da knallt es. Davor und insbesondere danach höre ich Menschen schreien. Ich schaue zum Mini Matrosen, er schläft selig weiter. Ich springe auf und renne nach draußen. Paul und Kapitän Wirbelwind stehen in der Plicht und sind ganz aufgeregt, letzterer erzählt mir fast atemlos, da ist ein Schiff in unseres gekracht. Ich schaue diesem „Schiff“ hinterher. Es ist eher ein Einfamilienhaus auf dem Wasser, ein 60 Fuß „Floating Mobile Home“ (d.h. 18 m lang). Die Crew wirkt überfordert, sie fahren immer tiefer in den Hafen hinein. Auf allen Stegen, an denen sie entlang gekommen sind, stehen Menschen und schauen ungläubig. Tatsächlich stellt sich später heraus, nachdem Paul den Eigner anspricht, dass er vermutet, wir hätten einen Schaden erlitten, dass dieser Riesenteil dauerhaft in diesem Hafen liegt und dem Eigentümer dieses Hafens gehört, welcher „himself“ dieses Riesenteil an den anderen Booten „entlangratschend“ zu einem anderen Liegeplatz manövriert hat. Die anderen Eigner haben es aufgrund des Winkels und der etwas langsameren Geschwindigkeit jedoch geschafft, das Riesenteil von ihrem Schiff abzuhalten.
Er gibt zu, dass er oben vom Steuerstand quasi nichts sehen kann. Gruselig.

Er kommt mit einem Schlauchboot zu uns und schaut sich mit Paul die möglichen Stellen an. Es stellt sich heraus, dass alles in Ordnung ist. Er würde uns gern etwas Hochprozentiges schenken oder einen Champagner. Paul winkt ab, wir trinken keinen Alkohol (naja zu Silvester hätte es ja schon klappen können, aber gut…). Er scheint jedoch ein schlechtes Gewissen zu haben, uns so einen Schrecken eingejagt zu haben, sodass er uns später noch eine große Tüte Himalayasalz vorbeibringt – mit dem Hinweis, gut für ein Fußbad. Naja ok, schauen wir mal 😉

Bei der Ausfahrt aus dem Hafen und der Stadt sehen wir das spannende Reptilienfahrzeug (Touribus vom Geburtstag von Kapitän Wirbelwind) erneut und drehen noch eine Runde, bis wir rausfahren und ordentlich durch die Wellen der vielen schnellen Motorboote durchgeschaukelt. Bei Kapitän Wirbelwind führt dies dazu, dass er halb auf seinen Spielfiguren liegend in den Schlaf geschaukelt wird.

Ich nutze die Ruhe und lege mich zum Mini Matrosen in die Koje, auch ich brauche etwas Schlaf. Diesmal fahren wir auf einem direkteren Wege durch die Schären aus der Stadt. Wunderschön! Wir kommen sogar an zwei Friedhöfen direkt am Wasser vorbei. Ich denke friedvolle und idyllischer kann die letzte Ruhestätte wirklich nicht sein.

Gegen 15 Uhr kommen wir in der Ankerbucht von Ägnö an, es liegen schon einige Schiffe hier, wir sind die einzigen Nicht-Schweden. Es ist Sonntag und viele nutzen das traumhafte Wetter für einen Sonntagsausflug raus aus der Stadt, rein in die Schärenidylle. Grillen, baden gehen (es scheint niemanden zu stören, wie kalt das Wasser eigentlich ist…), auf bzw. am Wasser sein. Was gibt es Schöneres!?

Blick auf Gröna Lund, den Vergnügungspark von Stockholm
Der Touribus (Reptilienfahrzeug), im Hintergrund das Vasa-Museum
Ein Giraffenkran =)

Tag 27 – 2. Crew-Geburtstag!

Heute hat der Kapitän Geburtstag !
Während Kapitän Wirbelwind mit seinen Geschenken spielt, fährt Paul Brötchen und Brot holen. Die Halbinsel, auf der der Wasahamnen liegt, bietet kulturell und für den Freizeitspaß einiges, hat jedoch keinen einzigen Supermarkt und nur diesen einzigen Bäcker, den wir nur durch Zufall gefunden haben. Aber zur Feier des Tages ist dieser sogar schwedischer Hoflieferant.
Wir haben ein leckeres Geburtstagsfrühstück und essen den Rest vom Geburtstagskuchen von gestern. Paul packt seine zwei Geschenke aus, darunter meine 360 Grad-Kamera.

Am späten Nachmittag machen wir uns auf zum Vasamuseum, dieses liegt nur ein paar Minuten von unserem Hafen entfernt. Wir können uns an diesem gewaltigen Schiffswrack, welches 1628 kurz nach dem Auslaufen vor Stockholm bei der Jungfernfahrt sank, einfach nicht sattsehen. Wie gut es erhalten ist, ist einfach super beeindruckend! Die Vasa lag immerhin 333 Jahre (bis 1961) auf dem Meeresboden und steht nun in diesem klimatisierten Museum (konstant 18 Grad C), als wäre nichts gewesen.

Es macht Freude, alles mit Kapitän Wirbelwind zu erkunden. Bei unserer ersten Elternzeitreise vor 3 Jahren hatten wir ihn damals noch in der Trage dabei, nun schaut er sich alles selbst mit viel Neugier an.

Nach dem Museum gehen wir im Bistro des Museums Mittagessen. Wir entscheiden uns, wie vor 3 Jahren, für das Köttbullar. Gute Entscheidung =)

Als wir auf UNSER Schiff zurückkommen, ist erstmal Mittagsruhe angesagt, jedenfalls für mich und die Kinder.
Paul düst währenddessen zu einem Fotogeschäft, wo er noch Zubehör für seine neue Kamera besorgt, die er von mir zum Geburtstag bekommen hat. Auf dem Rückweg bringt er direkt Eis aus der Saluhall Markthalle in Östermalm mit. Dank E-Scooter lassen sich die großen Entfernungen gut bewältigen. Wir liegen mit unserem Schiff zwar in der Nähe vom Vasamuseum und weiteren Museen wie
The Vikings (Museum über die Wikinger)
ABBA- Museum (dieses Mal leider wieder nicht geschafft, aber nächstes Mal, wirklich!)
Museum of Wreck (Es geht um Schiffswracks und deren Geschichten)
Sprit-Museum (ja hier geht’s tatsächlich um Alkohol und die „Trinkkultur“ in Schweden)
Sowie dem Freizeitpark Gröna Lund (die Schreie und die höchsten Achterbahnen können wir im Hafen hören und sehen), ansonsten bietet der Standort keinerlei Geschäfte oder Einkaufsläden, nur ein paar wenige Lokale.

Wir genießen das Eis, das in den letzten Jahren regelmäßige Preise gewinnt (zu Recht!!) in der Schiffsplicht und lassen den Abend ruhig ausklingen. Wir sind auch heute noch mit dem Waschen und Trocknen beschäftigt. Langsam reicht’s- aber dafür hatten wir ja zuvor 10 Tage Ruhe. Wäre ein Konzept vielleicht auch für zu Hause?

Tag 26 – 1. Crew-Geburtstag!

Heute hat Kapitän Wirbelwind Geburtstag!

Den Vormittag verbringen wir mit frühstücken, Geschenke auspacken und einem ersten Stück Kuchen. Am späten Vormittag laufen wir los zum Technischen Museum Stockholm, dies hatte sich Theo gewünscht. Der Weg ist recht weit, aber wir laufen die ganze Zeit am Wasser entlang und das Wetter ist wunderbar!

Der Spielplatz vor dem Museum ist ein Mathematikspielplatz, das Museum selbst ist voll mit Bildschirmen. In den ersten Räumen sind wir Erwachsenen erstmal ziemlich enttäuscht und fragen uns, ob wir einen Fehler gemacht haben, herzukommen. Dann gehen wir noch in einen Raum im UG, der uns am Eingang noch empfohlen wurde, und endlich finden wir das, was wir vor Augen hatten – Viel zum Ausprobieren, keine Bildschirme die nur ablenken, kindgerechte Themen. Ein Glück sind wir noch hergekommen! Tatsächlich ist das Geburtstagskind vom gesamten Museum begeistert und fragt uns ein paar Tage später sogar, ob wir nochmal in das Museum gehen könnten.

Den Rückweg legen wir per Bus zurück – naja, immerhin einen Teil, gut 15 min bleiben dennoch.

Am Abend wollen wir noch schön gemeinsam grillen, bei toller Abendsonne in der Schiffsplicht.

Ich bin an diesem Nachmittag und Abend ziemlich k.o., da der Mini Matrose in einem Wachstumsschub steckt und heute wohl leider der Höhepunkt stattfindet, heißt viel Weinen, wenig Schlafen und viel Unruhigsein/ Weinerlichsein.

Es wird dann aber doch noch ein schöner Abend und das Geburtstagskind bekommt von dem Drama auch wenig mit, da er mit seinen Geburtstagsgeschenken viel Zeit verbringen und spielen kann.

Da ist er wieder, der Mähroboter auf einer öffentlichen Grünfläche