Heute ist Sonntag und wir gehen morgens zum Supermarkt, denn hier haben die Supermärkte jeden Tag geöffnet, aber heute ist er ziemlich leer und die Frischetheken haben zu.
Immerhin ist heute das Wetter besser, es regnet nur teilweise und ist ansonsten wolkig.
Julia geht währenddessen mit dem Mini Matrosen in die Stadt und schlendert etwas durch die Stadt. Sie staunt mal wieder, wie viele Menschen in den Lokalen sitzen und essen und trinken. Ein Gericht geht meist nicht unter 17/18 EUR los, aber immerhin gibt’s eigentlich immer Wasser kostenfrei dazu.
Bogen schießenMit einem Schwert oder einer Axt gemeinsam eine Kartoffel zerteilen – oder wenigstens anritzen =)Gravierung von Runen-Zeichen auf einem LederarmbandNeuer Versuch, diesmal mit Schwert anstatt Lanze, klappt besser, ist besser zu handle’n!
Die Wetterprognose für den Tag: Regen, Regen und nochmal Regen. Und genauso kommt es auch. Da für morgen zwar besseres Wetter, aber bereits ab dem Vormittag Gewitter angesagt sind, beschließen wir, doch lieber heute zum Ritterfest zu gehen. Lieber bei schlechtem Wetter als morgen, wenn es womöglich ganz ins Wasser fällt.
Wegen des Regens fand die erste Veranstaltung im großen Saal statt: eine Tanzvorführung:
Anschließend fand im Schlosshof eine Rittervorführung statt. Dabei wurde ein Ritterturnier zwischen zwei berittenen Rittern nachgespielt. Die beiden mussten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten – zum Beispiel Ringe mit der Lanze aufspießen oder mit einer Feuerlanze einen mit Gas gefüllten Ballon zum Platzen bringen.
Als Höhepunkt ritten sie schließlich in voller Rüstung mit gesenkten Lanzen aufeinander zu und lieferten sich ein echtes Tjost-Duell. Zwischendurch gab es immer wieder spannende Schwertkämpfe zwischen Rittern zu Fuß.
Kapitän Wirbelwind war hellauf begeistert!
Anschließend haben wir den „Markt“ unsicher gemacht.
Kapitän Wirbelwind wurde von einem Drachen gefangen genommen.Kapitän Wirbelwind durfte sich ebenfalls im Reiten mit Lanze ausprobieren =)Kapitän Wirbelwind hat mit mir zusammen das erste Mal mit Pfeil und Bogen geschossen
Es war ein super Tag, auch wenn das Wetter hätte besser sein können. Aber wir haben das Beste daraus gemacht und hatten einen tollen Tag!
Heute wollen Paul und Kapitän Wirbelwind noch das Wetter nutzen, um mit dem Schlauchboot durch den Burggraben zu düsen – wann hat man mal solche Möglichkeit? Am Wochenende soll es sehr viel regnen (passend zum stattfindenden Ritterfest =/ ) und so bieten sich heute noch geplante Aktivitäten „outdoor“ an.
DIe Mittagsruhe verbringe ich mit dem Mini Matrosen nicht an Bord, weil es mit dem Einschlafen einfach nicht klappen will, daher schnappe ich mir den Buggy, während sich die anderen beiden erfolgreich hinlegen. Ich mache einen schönen Spaziergang und der Kleine schläft im Buggy ein. Dabei schaue ich mir ein wenig die Innenstadt an, die immer voller Menschen ist, und die Lokale sind immer voller Gäste – trotz der Preise für Speisen und Getränke.
Wenn doch das Wetter am Wochenende so regnerisch werden soll, wäre ja heute nochmal eine gute Gelegenheit, um sich ein Eis an einer Eisdiele zu holen, und so machen wir uns später alle vier gemeinsam auf, um uns ein Eis zu holen und dann auf Wunsch eines einzelnen Herren (der ganz Große ist natürlich auch direkt dabei, weil beide diese Leidenschaft mittlerweile teilen, Minigolf spielen zu gehen.
Die Mingolfbahn ist brauchbar (eigentlich ist es eher Parkgolf, ohne die klassischen Bahnen, die man auch aus Deutschland kennt), aber nicht sehr gepflegt. Und die beiden Eisdielen in Vadstena produzieren leider ihr Eis nicht selbst, sondern lassen sich einmal von SIA Glass (sieht man sehr häufig, nicht so dolle) und einmal von KLING Glass (sieht man seltener, kommt aus Mariestad am Vänernsee, also hier aus der Region) beliefern. Letzteres hatte gewisse Erwartungen geweckt aufgrund der Regionalität, die man ja meist mit Qualität gleichsetzt, es war aber so ziemlich eins der schlechtesten Eis, die wir je gegessen haben. Da sind wir in Deutschland mit unseren italienischen Eisdielen wirklich verwöhnt. Das wäre eine super Geschäftsidee für Auswanderer, die Schweden würden ihnen wahrscheinlich die Türen einrennen (dazu muss gesagt werden, dass die Eisdielen mit dem nicht leckeren industriellen Eis ebenfalls häufig sehr voll sind!).
Heute soll es noch windiger, teils sogar stürmisch werden – dafür ist aber auch viel Sonne angesagt. Am Vormittag gehen wir die paar Schritte zum Abenteuer-Minigolf. Die Bahn haben wir fast die ganze Zeit für uns. Es gibt hier nicht nur zwölf, sondern ganze 18 Bahnen. Wir haben viel Freude beim Spielen und liefern uns wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kapitän Wirbelwind möchte heute zum ersten Mal alleine spielen. Bisher hat immer einer von uns mit ihm zusammen den Abschlag gemacht. Trotzdem hat er bisher tatsächlich jedes Spiel gewonnen – wie das möglich ist, ist uns bis heute ein Rätsel.
Heute liegt die Princess Svanevit im Hafen. Dies ist die größte 12-mR Yacht und ein sehr schönes Boot. Angeblich das schönste schwedische Boot, das jemals gebaut wurde. Dies wurde zum 100-jährigen Bestehen des Königlich Schwedischen Yachtclubs (KSSS) gebaut (1930). Heute wird diese durch eine Stiftung gewartet und besegelt.
Leider konnte man nicht auf das Boot, aber so sollen die Intarsien im Boot aussehen (z.B. bei Schränken, Tischen o.Ä.).
Hinter der Minigolfanlage findet heute ein großer Flohmarkt auf der Freifläche statt – auch mit Spielzeugständen. Paul und Kapitän Wirbelwind entdecken sofort Lego. Ein Stand mit ganzen Sets ist leider völlig überteuert, aber die beiden machen ein echtes Schnäppchen: zwei große Packungen gemischter Legosteine. Diese wandern direkt in einen Kopfkissenbezug und dann in die Waschmaschine vor Ort – die glücklicherweise fast immer frei ist.
Am Nachmittag gehen wir noch einmal zur 7er-Schleusentreppe, die wir vor zwei Tagen selbst passiert haben, und schauen sie uns nochmal ganz in Ruhe an.
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Insgesamt haben wir 621,75 Seemeilen zurückgelegt.
Heute waren es:
Nur unter Motor: ca. 14,4sm bei Ø 2,46 Knoten
8 Schleusen
Zeit unterwegs: ca. 5,83 Stunden
WETTER & BEDINGUNGEN
Windig
Heute geht es morgens zu 9 Uhr los, um direkt die Brückenöffnung und erste Schleusung zu schaffen, denn um 9 Uhr nehmen die Schleusen ihre Arbeit auf. Nach der Schleuse und einer direkt angrenzenden Brückenöffnung fahren wir für 3 Stunden über den See Roxen, bis wir an der Carl Johan Schleusentreppe ankommen. Diese besteht aus 7 aufeinanderfolgenden Schleusen, d.h. sobald man eine Schleuse passiert und geschafft hat, fährt man direkt in die nächste Schleuse ein – das Ausfahrtstor der einen ist das Einfahrtstor der anderen Schleuse.
Wir können um 11.30 Uhr rein, nachdem wir gut 20 min gewartet haben. Leider hat sich das Wetter verschlechtert und es nieselt, leider die gesamte Schleusenzeit über.
Ich bleibe für die Schlesungen wieder von Anfang an an Land. Paul und die Kinder sind an Bord, bis der Mini Matrose in der 5. Schleuse dann keine Lust mehr hat und müde wird und wir kurzerhand am Ende einer Schleusung, wenn wir uns auch Dinge rüberreichen können, den Buggy an Land stellen und ich den Kleinen reinsetze und nach dem Festmachen der nächsten Leinen umherschiebe, denn tatsächlich habe ich nun bis zum Schleusenende erstmal nichts mehr zu tun als zu warten. Zu Beginn und Ende einer Schleuse muss ich bei dieser Schleusentreppe immer hoch- und runterrennen und bin dadurch total durchgeschwitzt.
Der Mini Matrose schläft zum Glück direkt ein. Die 7 Schleusen haben wir nach 90 min geschafft – und dann sind wir auch geschafft! Auch hier zeigt sich wieder: Die Schleusenwärterin sind ausnahmslos toll und super freundlich!
Als wir ausfahren, kommen wir in einem größeren Becken an, wo sich der Hafen von Berg befindet. Man könnte auch die 4 Doppelschleusen oberhalb des Ortes noch anschließen – wir entscheiden jedoch einerseits, dass es für heute reicht und wir uns andererseits den Hafen ansehen möchten, der laut Karte viel zu bieten hat. Leider herrscht sehr viel Wind, aber mit der Hilfe eines älteren Ehepaares aus Southampton, England, gelingt das Anlegemanöver, mal wieder rückwärts, sehr gut. Die Erwachsenen sind fix und fertig und wir gönnen uns bei einer kleinen Runde durch den Hafen ein schönes Eis (für Julia natürlich ein Softeis, für Paul und Kapitän Wirbelwind Kugeleis). Letzter möchte am liebsten direkt mit dem Parkgolf beginnen, wir sind dafür aber nicht mehr in der Stimmung, ich denke ich hätte wohl nicht mal mehr den Ball getroffen).
Wer besonders lange warten muss, nutzt sicherlich gern die häufig zu findenden Grillplätze.Vor dem Beginn der SchleusungJetzt gehts los – je nachdem, wie die Schiffe mit welcher Größe liegen, werden die Schleusentore leichter oder stärker, mehr rechts oder mehr links geöffnet. Hier: rechts groß geöffnet, links weniger. So strömt viel Wasser an uns links vorbei (wir liegen als stabiles größeres Schiff vorne) und trifft dann deutlich abgeschwächt auf die zweite Reihe an Booten).
Heute ist es windig und regnerisch. Am Vormittag laufen die Kinder und ich zu dem kleinen Supermarkt im Ort und sehen an einer der Schleusen, die wir noch vor uns haben, ein abgebranntes Ausflugsgasthaus. Das muss ein bis zwei Tage zuvor passiert sein. Sieht heftig aus und stinkt noch sehr unangenehm. Dies war laut Kanalführer eine Restaurantempfehlung. Schade!
Am Nachmittag backen wir nun endlich Pauls verspäteten Geburtstags-Kuchen, tatsächlich backt er ihn am liebsten immer selbst, es ist ein weißer Schokoladenkuchen mit Zitrone. Es sind ja nur zwei Wochen zu spät. 😉
Im Hafen gibt es drei Food Trucks, einer mit „normalem“ Imbissessen (Pommes, Schnitzel und Co.), einer mit Burgern und einer mit neapolitanischen Pizza. Wir entscheiden uns, heute bleibt unsere Küche kalt und wir nutzen diese willkommene Möglichkeit, letztere kulinarische Möglichkeit zu nutzen.
Wir fahren erst mit dem Boot nach Norsholm. Als wir dort ankommen, ist gerade ein Autokran dabei, ein Motorboot ins Wasser zu setzen. Das Boot war im Roxen aufgelaufen und hatte sich dabei das Ruder beschädigt – deshalb musste es notgekrant werden.
Nachdem wir festgemacht hatten, sind wir zu viert mit Bus und Zug nach Norrköping gefahren, zu dem Marineladen von gestern. Wir zeigen den Mitarbeitern die defekte Leiter, und man merkt sofort: Sie haben ein richtig schlechtes Gewissen. Die Leiter wird anstandslos gegen ein hochwertigeres Modell ausgetauscht – zum gleichen Preis. Obendrauf bekommen wir noch ein paar Give-aways und eine neue Cappy für Paul zu einem sehr vergünstigten Preis.
Anschließend gehen wir zu einem Italiener, der laut Pokalen im Schaufenster mehrere Preise in Pizza-Akrobatik gewonnen hat. Auf dem Weg dorthin kommen wir zufällig an einem Jetski-Rennen vorbei – kannten wir so noch nicht, das war ziemlich actionreich und spannend zu beobachten.
Nach dem Essen ging es mit Bahn und Bus zurück zum Boot.
Überall stehen GrillplätzeAusflug zu dritt aufs DeckBullerbü IdylleJetski Rennen in Norrköping
Da es schwierig ist, von unserem Boot vorne über den Bug an Land zu gehen, beschließen wir, hierfür eine Leiter zu kaufen. Diese soll bei Bedarf vorne am Boot eingehängt werden und das Problem lösen.
Zu diesem Zweck fahren der Kapitän Wirbelwind und Paul mit dem Überlandbus nach Norrköping. Dort gibt es einen Marine-Store, der eine passende Leiter vorrätig hat. Am Vormittag regnet es durchgehend, doch dank Regenkleidung kommen die beiden trocken im Laden an. Am Nachmittag sind sie wieder zurück.
Kurz vor 15:30 Uhr kommt strahlender Sonnenschein auf, und es wird spontan beschlossen, noch einige Schleusen zu passieren, um den nächsten Tag etwas zu verkürzen. Gegen 17:30 Uhr stranden wir an einem Café. Dort befindet sich ein Holzsteg, an dem wir – nach Absprache mit den Schleusenwärtern – festmachen und übernachten dürfen.
Im Café gibt es hausgemachte Kuchen und Eis – die Qualität überzeugt uns vollkommen. Wir sitzen am Kanal und genießen ein Eis. Zwei Stück Kuchen nehmen wir für den nächsten Tag mit.
Leider stellt der Kapitän am Ende fest, dass die Leiter einen Defekt hat. Daher wird es morgen für
Heute kommen wir erst um kurz vor 11 los. In Mem ist tatsächlich nichts los, ein paar Wohnhäuser, das geschlossene Restaurant und vor der Schleuse der Hafenkontor, zu dem wir entspannt die paar Schritte zurücklaufen können. Paul hat nämlich Sorge, dass unsere Fender besser noch um 2 weitere ergänzt werden sollten. Neben Fendern, Büchern, Bootswimpeln, Cappys und Kühlschrankmagneten (natürlich letzte drei mit der Aufschrift GÖTA KANAL ☺️) führen sie sogar Rettungswesten hier. Toller Service! Dann sieht Kapitän Wirbelwind ein paar Motorräder vor dem Restaurant stehen und es stellt sich heraus, dass die Herberge oberhalb des Restaurants geöffnet hat und zwei Motorradfahrer herauskommen. Oh, das müssten wir noch abwarten, er würde gerne sehen, wie die Fahrer und Fahrerinnen ihre Helme aufsetzen, die Motoren starten und davonfahren. So die Theorie. Oder sagen wir mal, bis sich alle 6 Fahrer/innen versammelt hatten, ihr Gepäck auf den Motorrädern verstaut, wetterfest verpackt und sich selbst gesammelt hatten, ging es leider nicht sehr schnell, wir warteten sicherlich eine halbe Stunde bei den Motorrädern. Ich unterhielt mich währenddessen mit dem Mini Matrosen in der Trage und dem ungeduldigen Kapitän Wirbelwind an der Hand mit mehreren von ihnen, um die Langeweile totzuschlagen, vielleicht waren sie auch deshalb so langsam 🙈. Jedenfalls waren sie seit 4 Tagen unterwegs, gestartet am ersten Tag in Karlskrona ganz in Südschweden an der Küste, dann weiter nach Kalmar, Västervik und nun zum Göta Kanal. 3 Tage hätten sie noch. Verrückt wie schnell man mit dem Motorrad ist und wie langsam mit dem Schiff, in Kalmar und Västervik waren wir ja auch, aber für die Entfernung hatten wir deutlich länger gebraucht. Dann endlich fahren sie los, jeder von ihnen hupt uns zum Abschied zu (Kapitän Wirbelwind erschrickt erstmal total, das war sehr unerwartet für ihn) und wir winken ihnen zum Abschied zu, bevor wir uns startklar machen zum Ablegen. Es geht nach Söderköping, ungefähr 90 min von hier, wo Paul unter anderem seine zwei neuen Fender an einer Tankstelle aufpumpen möchte. Die Schleuse dort ist ein totaler Besuchermagnet und so müssen wir unsere zweite Schleusung schon direkt mit viel Publikum absolvieren, was aber sehr gut gelingt. Wir haben schon viel Übung aus Deutschland, auch wenn das Schleusen hier die Besonderheit hat, dass ich von Bord gehen muss und die Leinen an Land festmache, weil die 200 Jahre alten Schleusen keine Möglichkeiten zum Festhalten an der Schleusenwand bereithalten, wie es modernere Anlagen tun. Direkt hinter der Schleuse liegt der Hafen, wir können längsseits festmachen und so immerhin auch von Bord gehen (erinnere: unser Hocker für vorne war ja kaputt gegangen und wir kommen derzeit nicht über den Bug an Land, außer dieses liegt im Vergleich zum Schiff/ Wasser sehr hoch.
Es hat den ganzen Tag über immer wieder geregnet. Mal mehr, mal weniger, aber durchgehend nass. Wir haben die Zeit genutzt, um Wäsche zu waschen, und sind später trotzdem noch los – ein kurzer Spaziergang zum Spielplatz.
Auf dem Weg kamen wir an den Hasen vorbei – dem Kunstwerk am Göta-Kanal in Söderköping. Auf der einen Seite springen die Hasen ins Wasser, auf der anderen Seite klettern sie wieder heraus. Dazwischen liegt der Kanal. Fotos vom Kanal aus, gibt es dann, wenn wir weiterfahren.