Tag 64 – Wir bekommen Besuch

Insgesamt haben wir 789 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 1,37 sm bei Ø 3,2 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 0,3 Stunden

Heute ist es endlich soweit: Der beste Kumpel von Kapitän Wirbelwind und seine Familie kommen! Sie besuchen uns und fahren dafür pro Richtung 3,5 h- Wahnsinn! Er freut sich schon sichtlich, ihn endlich wiederzusehen! Am Vormittag heißt es aber nochmal einkaufen und bei der Gelegenheit bringen wir nochmal etwas Pfand zurück – und freuen uns wieder über einen sehr fortschrittlichen Pfandautomaten, in den man einfach eine große Tüte hineinkippen kann und der Automat sortiert selbst die Flaschen und Dosen!

Als sie da sind, gehen wir Mamas mit den Kids zunächst auf den Spielplatz hier in Vänersborg, während die Papas mit deren Auto zu Lidl fahren. Unsere Lager sind ziemlich leergefegt und auch das Trinkwasser neigt sich dem Ende. Ja, ich meine tatsächliche diese Riesenmenge an Flaschen, die auf einem der ersten Fotos hier im Blog für die Reise 2025 zu sehen war. Leider ist Lidl selbst eher eine Enttäuschung, da unsere Hoffnung war, hier ein paar Euros sparen zu können. Fehlanzeige! Ansonsten ist Frische und Sortiment aber gleichzusetzen mit den deutschen Lidls.

Wir hatten einige dringend benötigte Dinge zu ihnen schicken lassen und sie haben tatsächlich noch Platz in ihrem Auto gefunden, uns diese mitzubringen- so großartig, wir sind total dankbar !

Als wir alle wieder am Schiff sind, fahren wir mit diesem raus und ankern in der Nähe vom Hafen. Ihr Wunsch ist, ein wenig mit dem Boot zu fahren und diesem kommen wir gern nach!

Der Papa hat heute Geburtstag und wir wollen zusammen grillen und Geburtstagskuchen essen !

Die Kids (also ausgenommen die Babys) spielen unter Deck mit Playmobil, Lego und Co. und wir Eltern genießen ein paar Minuten in der Plicht, mal ohne gebraucht zu werden. Wunderbar!

Als wir zurückkommen und wieder anlegen wollen, ist unser Platz „reserviert“. Also legen wir, völlig fertig bei 29 Grad und Sonne und dem heutigen Trubel, das Schiff nochmal um, morgen soll es dann weitergehen.

Der Pfandautomat, wie eine große Waschtrommel- sehr zeitsparend!

Tag 63 – Wir verlassen den Vänern

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 788 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 1,67 sm bei Ø 2,1 Knoten
  • Unter Segel: ca. 31,21 sm bei Ø 4,32 Knoten
  • Unter Motor und Segeln: ca. 0,35 sm bei Ø 4,37 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 8,1 Stunden

Nach duschen und baden gehts heute Vormittag gegen halb 11 los aus der Bucht. Wir motoren nur kurz raus und setzen dann direkt die Segel – es herrscht Bonbonwetter und so kommt mal wieder der Gennacker zum Einsatz. Paul ist heilfroh, dass wir noch einen für diese Reise bestellt hatten, denn für diesen starken Raumschotskurs wäre es sonst echt schwierig geworden zu segeln. Und so gleiten wir auf recht glattem Vänernwasser dahin für 8 Stunden Richtung Vänersborg, wo wir uns für morgen mit Freunden verabredet haben.

Eine deutsche Seglerin spricht uns beim Anlegen in Vänersborg an, mir ihr und ihrem Mann waren wir die 7er Schleusentreppe in Berg hochgefahren und hatten sie dann in Vadstena am Vätternsee das letzte Mal gesehen, wo wir länger blieben als sie. Witzig, wie man sich dann viel später wiedertrifft. Sie haben ebenfalls 4 Monate Zeit für ihre Tour und machen auch recht gemächlich.

Bei einem langen entspannten Segeltag bleibt viel Zeit fürs Basteln, insbesondere während der Mini Matrose schläft !

Tag 62 – Schlossbesuch und Diebische Elster

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 755 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 1,02 sm bei Ø 1,72 Knoten
  • Unter Segel: ca. 4,17 sm bei Ø 2,46 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 2,3 Stunden

Morgens gehen wir zum Schloss hoch. Das Schloss gefällt uns gut, leider sind viele Räume und Kammern, durch die man durch muss, mit Skulpturen etc. von Künstlern bestückt, was allerdings weder mit dem Schloss noch mit dem Mittelalter in Zusammenhang steht.

Am Vorabend hatte ich einen Platz bei einer Schatzsuche für Kinder gebucht, die von der Schlossstiftung kostenfrei für Kinder ab 5 Jahren angeboten wird und so besichtigen wir erst das Schloss und gehen dann den Schatz suchen. Kapitän Wirbelwind ist Feuer und Flamme und würde am liebsten ewig weitermachen. Worum gehts? Die Diebische Elster hat das Armband einer Mitarbeiterin gestohlen und im Wald versteckt. Sie hat aber Hinweise zu deren Verbleib hinterlassen und nun sollen ihr die Kinder helfen, die Rätsel zu lösen und das Armband zurückzubekommen!

Nach der Schatzsuche gehen wir noch kurz zu einer kleinen Badestelle zum Erfrischen und legen danach mit dem Schiff ab. Heute ist es mal wieder sehr sommerlich warm und wir legen uns vor dem Hafen, seitlich der Betonnung der Hafeneinfahrt, vor Anker für unsere für uns alle wichtige Mittagsruhe. Vor Anker geht einfach mehr Wind durchs Schiff als starr im Hafen.

Im Anschluss geht es weiter Richtung Vänersborg und damit dem Eingang zum Trollhätte Kanal. Heute Abend soll es aber nochmal in eine schöne Ankerbucht gehen, es ist ein schöner sonniger Segeltörn. Die Ankerbucht wurde uns empfohlen, und so kommen wir bei Arneviken an und werfen gegen 18 Uhr den Anker.

Paul und Kapitän Wirbelwind steigen nochmal kurzerhand ins Schlauchboot und erkunden noch ein wenig die Gegend. Die erste Familie hatte uns berichtet, dass sie letztes Jahr hier in dieser Bucht einen Biber entdeckt haben – aber leider haben die beiden heute Abend kein Glück.

Diese Krabbensandwiches gibt es wirklich überall hier in Schweden!
Kunst? =)
Wer findet den Eisvogel?
Spinnennetz, das gestohlene Armband ist nicht weit!
Dieser Baum dachte sich wohl: Mh, hier liegt zwar ein Stein, aber was soll’s! Ich möchte HIER wachsen, also finde ich einen Weg!
Abends um 23 Uhr in der Ankerbucht – der Preis für dieses Foto mit der Drohne? Ungefähr 20 Mückenstiche für Paul.

Tag 60 – Es geht auf den Vänernsee !

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Insgesamt haben wir 735 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 5,58 sm bei Ø 4,32 Knoten
  • Unter Segel: ca. 11,64 sm bei Ø 5,1 Knoten
  • Unter Motor und Segeln: ca. 1,61 sm bei Ø 6,4 Knoten
  • 1 Schleuse

Zeit unterwegs: ca. 3,8 Stunden (ohne Schleusen)

Am Vormittag gehen wir noch etwas durch die Gegend rund um den Hafen, besuchen das kleine aber feine Kanalmuseum oberhalb eines Cafés und waschen nochmal die restliche Wäsche durch (hier ist das Waschen ja nochmal inkl.).

Gegen Mittag passieren wir die letzte Schleuse des Göta Kanals; uns ergreift etwas Wehmut. Wir müssen die Servicekarten abgeben (für die Servicegebäude) und der Aufkleber am Schiff, dass wir nach Sjötorp fahren, wird durchgeschnitten. Das macht’s natürlich nicht besser mit der Wehmut!

An dieser Stelle mal unser Fazit zum Götakanal : wir waren vorher hin- und hergerissen, so viele Schleusen, mit Baby und Kind an Bord, die kaum planbar sind- wie wird das? Wird es uns nerven? 58 Schleusen, was soll daran toll sein? Sollten wir lieber woanders hinfahren

Das meiste war unbegründet: Es war die richtige Entscheidung! Das schwedische Inland ist so wunderschön ! Die Landschaft ist immer anders, die Schleusenwärter*innen so freundlich und hilfsbereit, auch wenn das Schleusen auf Zuruf bzw. eben nicht immer leicht mit Baby ist, so waren Paul und ich zum Glück immer ziemlich flexibel und kreativ, um es möglichst allen recht zu machen, vorneweg den Kindern. Stichwort Kind: wir haben eigentlich immer was gefunden, was spannend für Kapitän Wirbelwind war, entweder Spielplätze, Parkgolf, Schlösser/ Burgen, Schatzsuchen, den Mini Kanal etc.! Langweilig muss hier niemandem werden, es ist auf jeden Fall hilfreich, wenn sich das Kind auch vielseitig interessiert.

Nach der Ausfahrt aus der Schleuse segeln wir ganz entspannt über den Vänernsee, Paul ist total happy, weil es ein entspanntes und sehr schönes Segeln ist, keine Welle. Wir fahren nach Djurö, einer Insel mitten auf dem Vänern.
Der Vänern ist der größte See Schwedens und zugleich der drittgrößte See Europas.
Djurö ist Nationalpark und wurde uns empfohlen von der Familie mit den zwei Jungs, mit denen wir bis kurz vor Stockholm gemeinsam gefahren sind.

Paul und Kapitän Wirbelwind fahren mit dem Schlauchboot zum Land rüber und sie kommen mit der Idee zurück, zum Abendessen an Land zu grillen, auch hier gibt es wieder einige Grillbänke.

Nebenan sitzt ein schwedisches Pärchen, welches uns Tipps für Djurö für einen Spaziergang für den nächsten Tag gibt.
Was für ein entspanntes Abendgrillen in einer traumhaften Kulisse. Uns wird mal wieder bewusst, was wir für ein Glück haben, dass wir hier sein dürfen!

Kanalmuseum in Sjötorp
Das Bild zeigt den Bau des Kanals zu Beginn des 19. JH
Schleuse Nr. 1- für uns die letzte Schleuse
Unser Schiff im unteren Hafen neben der Doppelschleuse
In der Bucht von Djurö (Nationalpark)

Tag 59 – Der letzte Hafen des Göta Kanals

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Insgesamt haben wir 716 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 5,06 sm bei Ø 1,88 Knoten
  • 9 Schleusen (3 x Doppel- und einmal 3er Schleusentreppe)

Zeit unterwegs: ca. 2,68 Stunden (ohne Schleusen)

Wir legen gegen 10 Uhr ab und haben heute 7 Schleusen vor uns. Es handelt sich um 2 Doppelschleusen und 1 Dreierschleuse und heute soll es wieder ähnlich warm werden wie die letzten 2 Tage. 

Wir legen dann nachmittags in Sjötorp (oben) an.

Wir laufen zum unteren Hafen, den man nach einer Doppelschleuse erreicht, und entscheiden uns, diese kurz vor Schleusenschluss um 6 noch zu machen, um morgen nur noch eine Einzelschleuse zu haben.

Tag 58 – Nochmal Minikanal bei Sommerwetter (15.07.2025)

Heute bleiben wir in Norrqvarn und Kapitän Wirbelwind geht heute Vormittag direkt als erster und dann nachmittags nochmal. Mittags gehen wir zu den „Trollhäusern“, die vom Hotel vermietet werden und dann zur Schleuse von Norrqvarn, direkt am Hafen gelegen, die wir morgen passieren werden. Kapitän Wirbelwind kommt heute auf jeden Fall voll auf seine Kosten!

Nachmittags gehen wir drei noch in den Kanal zum Abkühlen- als der Mini Matrose im Buggy wach wird und seine Mama im Wasser sieht, fängt er erstmal an eine Schnute zu ziehen und zu weinen. Das gefällt ihm scheinbar gar nicht!

Tag 52 – Wunderschöner Liegeplatz und Strandtag „auf Schwedisch“

Heute wird wunderbares sonniges Wetter bei ca. 22 Grad C! Wir wollen einfach mal loslaufen und machen einen kleinen Spaziergang durch den Wald. Wir sehen kleine Bäche und hören mal rauschendes, mal plätscherndes Wasser, bis wir an dem Strand rauskommen, wo meine zwei großen Männer gestern mit dem Schlauchboot schon waren.

Wir beschließen spontan, einfach hier zu bleiben. Die beiden laufen rasch zum Boot zurück und holen das Nötigste: Strandmuschel (sehr sonnig hier), Buddelzeug, Babyspielzeug, Badekleidung etc.

Wir genießen ein paar Stunden am Strand und Kapitän Wirbelwind spielt mit den zwei anderen deutschen Kids. Hier läuft der plätschernde Bach von vorhin neben dem Stand in den See, was einen super Staudamm hergibt! =) Paul ist direkt mit dabei beim Bau !

Nachmittags grillen wir am Natursteg mit der deutschen Familie. Danach schauen wir gegenseitig unsere Schiffe an und die beiden Männer gehen zum Spielen zu ihnen rüber.

Perfekt zum Spielen und Staudammbauen!
Auch hier, mitten im Nirgendwo, eine Lagerfeuerstelle! Etwas Holz befindet sich hinten in dem Häuschen.
Käschern. Er ist etwas enttäuscht, wieso nicht ein Fisch freiwillig in seinen Käscher schwimmt, so direkt am Strand 😉
Da kommen sie mit allem, was wir brauchen.
Abends backen wir dann endlich mal unser Vollkornbrot mit Möhre mit dem Omina-Ofen. Vorher hatten wir nie genügen Stauraum in unserem Kühlschrank für diese große Ofenform (muss über Nacht im Kühlschrank stehen und dann gebacken werden – nach 24 h).

Tag 51 – Auf zur nächsten Schäre!

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 674 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 7,56 sm bei Ø 4,36 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 1,73 Stunden

Heute Vormittag ist es noch regnerisch, wir nutzen die Zeit, keine Ablenkung zu haben. Wir räumen einmal die komplette Küche aus, wischen alles aus und sortieren alles so um, dass wir alles besser finden. Wir spielen dabei „Küchenflohmarkt“ zur Freude von Kapitän Wirbelwind, der uns jegliches Geschirr und Vorräte zu günstigen Preisen verschachert =)

Paul und er fahren nach Ende des Regens einmal zur Landseite rüber und sammeln Heidenbeeren, und gehen nach ihrer Rückkehr dann im See baden, aber es ist wohl sehr kalt! (Ca. 15 Grad)

Gegen 16 Uhr kommen wir schließlich los und fahren unter Motor zur nächsten Bucht nach Djäknasundet. Hier kommen wir nach einer guten Stunde an und finden einen recht gut gefüllten Natursteg vor (alles Schweden, wir sind mal wieder die einzigen Deutschen).

Paul und Kapitän Wirbelwind fahren mit dem Schlauchboot einmal um eine Felsecke herum an einen Strand. Dort treffen sie – mal wieder – deutsche Auswanderer. Hier an diesem wunderschönen Fleckchen Erde! Sie haben sich hier in der Nähe, in der Nähe von Karlsborg, ein Haus gekauft, für 130.000 EUR.Das Grundstück sei so groß, dass ihre zwei Kinder dort später einmal auch einmal bauen könnten. Da kann Paul nur staunen!

Am Abend meldet sich eine Familie bei Paul per SMS, die die beiden am Abend vor unserer Abreise in Kalmar getroffen hatten. Sie sind ebenfalls mit zwei Kids, einmal 5 und einmal 6 Jahre alt, ein Mädchen und ein Junge, unterwegs von den Niederlanden nach Schweden, ebenfalls durch den Götakanal in die gleiche Richtung. Sie leben in NRW und für sie sind die Niederlande die nächstgelegene Option fürs Segeln und den Liegeplatz. Sie haben auf dem AIS gesehen, dass wir in dieser Bucht liegen und sind auf dem Weg dorthin. Sie legen sich neben uns an den Steg – in den wirklich letzten Platz- am Abend kommen noch weitere Segelboote, die unverrichteter Dinge wieder wegfahren.

Die gesammelten Heidelbeeren

Tag 50 – Weiter geht’s, auf zur Westseite des Vättern zum Ankern

LOGBUCH – ÜBERBLICK

Insgesamt haben wir 666 Seemeilen zurückgelegt.

Heute waren es:

  • Nur unter Motor: ca. 16,26 sm bei Ø 4,59 Knoten

Zeit unterwegs: ca. 3,54 Stunden

Heute früh soll es weitergehen, wir waren schon ziemlich lange hier in dieser schönen Stadt! Julia geht mit dem Mini Matrosen zum Supermarkt, um Brot fürs Frühstück zu kaufen und wir sind 1 h vorher abfahrbereit, als wir spätestens sein wollten! Wie schön, das passiert auch nicht allzu oft (tatsächlich das erste Mal seit Beginn der Reise 😉

Wir fahren zunächst zu einem gegenüber liegenden Steg, um Diesel und Wasser zu tanken.Der Diesel ist hier relativ günstig, 170 SEK je Liter – in Norsholm sollte der Liter noch 200 SEK kosten. Das macht sich bei 150 Liter Fassungsvermögen im Zweifel schon bemerkbar.

Wir überqueren den Vätternsee und fahren auf die Westseite zur Bucht Lille Röknen. Leider regnet es ab dem frühen Nachmittag durchgängig und so bleiben wir an Bord und spielen.