LOGBUCH – ÜBERBLICK
Insgesamt haben wir 468 Seemeilen zurückgelegt.
Heute waren es:
- Nur unter Motor: ca. 14,65 bei Ø 4,77 Knoten
Zeit unterwegs: ca. 3,07 Stunden
WETTER & BEDINGUNGEN
- Wind: im Mittel 10 Knoten
- Wellenhöhe: ca. 0-0,5m
Die ganze Crew ist irgendwie müde. So viel erlebt und gesehen. Kürzer geschlafen. Wir wollen los, raus aus der Stadt, rein in die Natur und zur Ruhe kommen. Heute sollen 26 Grad werden, das ist hier in dieser Metropole schon ziemlich warm. Um kurz nach 12 Uhr mittags legen wir ab.
Doch zuvor, ich habe den Mini Matrosen gerade hingelegt und döse ein wenig ein, da knallt es. Davor und insbesondere danach höre ich Menschen schreien. Ich schaue zum Mini Matrosen, er schläft selig weiter. Ich springe auf und renne nach draußen. Paul und Kapitän Wirbelwind stehen in der Plicht und sind ganz aufgeregt, letzterer erzählt mir fast atemlos, da ist ein Schiff in unseres gekracht. Ich schaue diesem „Schiff“ hinterher. Es ist eher ein Einfamilienhaus auf dem Wasser, ein 60 Fuß „Floating Mobile Home“ (d.h. 18 m lang). Die Crew wirkt überfordert, sie fahren immer tiefer in den Hafen hinein. Auf allen Stegen, an denen sie entlang gekommen sind, stehen Menschen und schauen ungläubig. Tatsächlich stellt sich später heraus, nachdem Paul den Eigner anspricht, dass er vermutet, wir hätten einen Schaden erlitten, dass dieser Riesenteil dauerhaft in diesem Hafen liegt und dem Eigentümer dieses Hafens gehört, welcher „himself“ dieses Riesenteil an den anderen Booten „entlangratschend“ zu einem anderen Liegeplatz manövriert hat. Die anderen Eigner haben es aufgrund des Winkels und der etwas langsameren Geschwindigkeit jedoch geschafft, das Riesenteil von ihrem Schiff abzuhalten.
Er gibt zu, dass er oben vom Steuerstand quasi nichts sehen kann. Gruselig.
Er kommt mit einem Schlauchboot zu uns und schaut sich mit Paul die möglichen Stellen an. Es stellt sich heraus, dass alles in Ordnung ist. Er würde uns gern etwas Hochprozentiges schenken oder einen Champagner. Paul winkt ab, wir trinken keinen Alkohol (naja zu Silvester hätte es ja schon klappen können, aber gut…). Er scheint jedoch ein schlechtes Gewissen zu haben, uns so einen Schrecken eingejagt zu haben, sodass er uns später noch eine große Tüte Himalayasalz vorbeibringt – mit dem Hinweis, gut für ein Fußbad. Naja ok, schauen wir mal 😉
Bei der Ausfahrt aus dem Hafen und der Stadt sehen wir das spannende Reptilienfahrzeug (Touribus vom Geburtstag von Kapitän Wirbelwind) erneut und drehen noch eine Runde, bis wir rausfahren und ordentlich durch die Wellen der vielen schnellen Motorboote durchgeschaukelt. Bei Kapitän Wirbelwind führt dies dazu, dass er halb auf seinen Spielfiguren liegend in den Schlaf geschaukelt wird.
Ich nutze die Ruhe und lege mich zum Mini Matrosen in die Koje, auch ich brauche etwas Schlaf. Diesmal fahren wir auf einem direkteren Wege durch die Schären aus der Stadt. Wunderschön! Wir kommen sogar an zwei Friedhöfen direkt am Wasser vorbei. Ich denke friedvolle und idyllischer kann die letzte Ruhestätte wirklich nicht sein.
Gegen 15 Uhr kommen wir in der Ankerbucht von Ägnö an, es liegen schon einige Schiffe hier, wir sind die einzigen Nicht-Schweden. Es ist Sonntag und viele nutzen das traumhafte Wetter für einen Sonntagsausflug raus aus der Stadt, rein in die Schärenidylle. Grillen, baden gehen (es scheint niemanden zu stören, wie kalt das Wasser eigentlich ist…), auf bzw. am Wasser sein. Was gibt es Schöneres!?









Haltet schön Abstand von den gefährlichen Reptilienbussen!!!