Tag 6 – die erste große Überfahrt

Position & Planung

  • Abfahrtsort: Swinemünde (Polen)
  • Zielhafen: Utklippan (Schweden)
  • Geplante Abfahrt: 24.05., 19:00 Uhr
  • Voraussichtliche Ankunft: 25.05., ca. 21:00 Uhr
  • Entfernung: ca. 130 Seemeilen

Logbuch-Eintrag

Der Plan steht: Heute soll es endlich losgehen. Die letzte Nacht an Land liegt hinter uns, und die Vorfreude auf die erste größere Etappe ist spürbar.

Am Vormittag wird das Schiff klargemacht: Alles wird noch einmal gründlich abgewaschen und sicher verstaut – schließlich soll unterwegs nichts fliegen. Das Schlauchboot holen wir vorsorglich aufs Verdeck, damit die Dieselheizung in der Nacht und gegebenenfalls auch tagsüber genutzt werden kann.
Normalerweise hängt das Beiboot quer am Heck, doch dort liegt es direkt vor dem Auspuff – was bedeutet, dass wir die Heizung nicht betreiben könnten, ohne unser Dingi zu schmelzen. Also: besser vorbereitet als geflickt.

Am Nachmittag geht es für Julia, den Mini-Matrosen und Kapitän Wirbelwind noch einmal auf den Spielplatz – die letzten festen Schritte auf dem Festland vor der Überfahrt. Paul nutzt die Gelegenheit, um etwas vorzuschlafen – leider vergeblich.

Es gibt Abends noch einmal Spargel mit Kartoffeln, bevor es endlich los geht.

Dazu wird das erste mal der neue Backofen in Betrieb genommen, das dauert dann doch leider viel länger als erwartet. ca. 1,5 Stunden gibt dieser sehr unangenehme Gerüche von sich, bis alle Produktionsrückstände verbrannt sind. Erst dann kann das Essen in den Ofen, das lief leider anders als geplant.

Die Route ist fertig geplant, die Wetterlage mehrfach abgeglichen, alle Geräte geprüft. Die Nervosität mischt sich mit Vorfreude – es geht los!

Nachtwache

Julia schläft mit beiden Kindern in einer Kabine, das ist platztechnisch echt kuschelig.

Die Crew geht schlafen – die erste Nachtfahrt der Reise steht an.
Ich stelle mir einen Rhythmus von 15 Minuten ein: Alle 15 Minuten gehe ich an Deck, halte Ausschau nach Booten und kontrolliere Kurs und Segel.

Langsam senkt sich die Nacht über uns, und mit ihr ändert sich das Bild:
Der Wind frischt kontinuierlich auf, und auch die See baut sich spürbar auf. Schon nach kurzer Zeit erreichen die Wellen eine Höhe von deutlich über einem Meter – nicht bedrohlich, aber wachsam bleibe ich trotzdem.

Die Welt reduziert sich auf Dunkel, Rauschen, Bewegung 


Wetter & Bedingungen

  • Wind: ca. 11 Knoten aus südlicher Richtung
  • Böen: bis zu 15 Knoten
  • Wellenhöhe: 0,5 bis 1 Meter
  • Temperatur: ca. 17 °C (tags), 11 °C (nachts)
  • Besondere Wetterereignisse: Gewitterzelle ca. 5 Seemeilen östlich der Route – daher spätere Abfahrt

Crew-Momente

  • Paul: versuchte noch einmal zu schlafen – ohne Erfolg
  • Julia: letzte Spielplatzrunde mit der Crew
  • Kapitän Wirbelwind: bereit zum Ablegen, aber vorher noch Sand unter den Fingernägeln
  • Mini-Matrose: müde, aber neugierig – bald geht’s los!

Fazit des Tages

Manchmal kommt es doch anders, als man denkt.
Und in diesen Situationen muss man es manchmal einfach aushalten.

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