Tag 70 – Göteborg und Marineschiffe

Den Kindern geht es langsam besser, das Fieber von Kapitän Wirbelwind ist weg und der Mini Matrose und auch fitter. Heute ist zwar Sonntag, das macht aber für die meisten Läden keinen Unterschied.

Direkt hinter dem Hafen Lilla Bommel in Göteborg, in dem wir gestern angelegt haben, liegt das Einkaufszentrum Nordstan, welches Anfang der 1970er Jahre gebaut wurde. Hier gibt es neben den Supermärkten Hemköp und Lidl viele Modeläden (auch einen supersüßen Baby- und Kinderladen namens Newbie) und sogar einen sehr interessanten Haushalts- und Baumarkt -Laden, in dem Paul nicht nur endlich einen neuen Mülleimer für das benutzte Toilettenpapier an Bord ersteht (er hatte bereits „angedroht“, in Göteborg auch 1 h lang mit den ÖPNV zu IKEA fahren zu wollen, weil ihm ein neuer Eimer, der richtig schließt, so wichtig war), sondern auch einen neuen Bartschneider und einen neuen Wechselrichter fürs Schiff findet. Ein interessantes Konzept, wie wir finden.

In diesem Einkaufszentrum gibt es natürlich auch eine Pachttoilette, wie wir es aus Deutschland kennen, jedoch wird hier ausnahmslos die Kreditkarte bzw. das Handy vorne drangehalten, einen kleinen Teller mit Münzen sucht man hier vergebens!

Am Nachmittag besuchen Kapitän Wirbelwind und Paul das Maritiman in Göteborg. Julia und der Mini-Matrose machen währenddessen einen kleinen Spaziergang am Hafen – denn mit Babytrage und begrenzter Begeisterung für enge Schiffsgänge und steile Treppen ist so ein Museumsbesuch eher weniger reizvoll.

Das Maritiman ist ein schwimmendes Museum, direkt am Wasser, bestehend aus mehreren historischen Schiffen. Die beiden sehen sich drei davon genauer an: den Zerstörer HMS Småland, das U-Boot Nordkaparen und das Feuerlöschboot Flodsprutan II.

Die HMS Småland wurde in den 1950er Jahren gebaut und zählt zu den größten Kriegsschiffen, die in Skandinavien öffentlich zugänglich sind. Viele Bereiche sind offen begehbar – darunter die Brücke, der Maschinenraum, die Unterkünfte der Besatzung und das offene Deck mit seinen eindrucksvollen Geschützen. Auch wenn die Wege an Bord manchmal eng sind, lässt sich alles gut erkunden.

Danach steigen die beiden über eine schmale Luke in die Nordkaparen, ein U-Boot aus den 1960er Jahren. Im Inneren wird es deutlich beengter: Niedrige Decken, enge Schotten, alles auf engstem Raum. Zu sehen gibt es unter anderem die Torpedorohre, kleine Schlafkojen und sogar die winzige Kombüse – vieles wirkt noch weitgehend im Originalzustand erhalten.

Zum Schluss geht es auf die Flodsprutan II, ein altes Feuerlöschboot, das früher im Göteborger Hafen im Einsatz war. An Deck stehen noch große Wasserwerfer und Schlauchanschlüsse, auch der Maschinenraum mit seiner alten Pumpentechnik ist zugänglich.

Für Paul und Kapitän Wirbelwind war der Besuch ein echtes Highlight – Technik, Geschichte und Entdeckerlust auf schwankendem Boden. Und für Julia und den Mini-Matrosen war der Spaziergang am Wasser mindestens genauso schön: Sonne, Möwen, ein bisschen Ruhe – und die Vorfreude auf das gemeinsame Abendessen.

2 Gedanken zu „Tag 70 – Göteborg und Marineschiffe

  1. Das sieht nach einem perfekten Museum für große und kleine Jungs aus. Aber welches der drei Boote fand Kapitän Wirbelwind am spannendsten? Ich tippe ja auf das Feuerlöschboot…

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